19.1.15

Neuauflage "Die Überschrift" erschienen

Überschriften: Nirgendwo sonst im Journalismus drängen sich so viele Fragen in so wenigen Wörtern zusammen. Was eigentlich ist die Kernaussage des Beitrags? Wie lässt sie sich in 30 bis 40 Anschläge fassen, sprachlich sauber und bei alldem auch noch interessant? Und dann im Einzelnen: Meinung in der Überschrift? Wortspiele? Fragezeichen? Imperfekt? Wie viel Übertreibung ist noch erträglich? Wo beginnt die Geschmacklosigkeit? Sachzwänge, Fallstricke und Versuchungen im Dutzend also

Das Buch "Die Überschrift" von Wolf Schneider und Detlef Esslinger zeigt Möglichkeiten, wie man mit ihnen fertig wird, illustriert mit einer verblüffenden Fülle von klassischen und neuen Beispielen für gute und schlechte, peinliche und brillante Überschriften. Ein gesondertes Kapitel informiert darüber, wo der Deutsche Presserat die Freiheiten und Grenzen der Überschrift sieht.

Für die Neuauflage 2015 hat Detlef Esslinger das Standardwerk mit aktuellen Beispielen versehen und um Abschnitte zum Online-Journalismus sowie zur Suchmaschinenoptimierung erweitert. Erstmals liegt "Die Überschrift" auch als E-Book vor. Es kann direkt beim Verlag Springer VS, bei dem die "Gelbe Reihe" seit 2015 erscheint, bestellt werden.

Auf der Website zum Buch finden sich Interviews mit Wolf Schneider und Detlef Esslinger sowie ein Video: Wolf Schneider liest einen Abschnitt zur Aktualisität und Originalität von Überschriften in der Presse. Mehr zur neuen Auflage und zum Buch

11.12.14

JIM-Studie: Jugendliche glauben Tageszeitung mehr als Internet

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat im Dezember die JIM-Studie 2014 (Jugend, Information, (Multi-) Media) in Mannheim vorgestellt. Darin wurde auch das Image verschiedener Mediengattungen hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit untersucht. Ergebnis: Die Tageszeitung ist für Jugendliche auch im Zeitalter der Digitalisierung die glaubwürdigste Mediengattung.

Dazu wurden die Jugendlichen gefragt, welchen Medien sie im Falle einer widersprüchlichen Berichterstattung am ehesten Glauben schenken würden – dem Radio, dem Fernsehen, dem Internet oder der Tageszeitung? In diesem Szenario vertrauen 40 Prozent der befragten Zwölf- bis 19-Jährigen der Berichterstattung der Tageszeitungen, gut ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen (26 %). Radiomeldungen sind für 17 Prozent am vertrauenswürdigsten, während der Internetberichterstattung mit 14 Prozent am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Und dies, obwohl die Tageszeitung von deutlich weniger Jugendlichen regelmäßig genutzt wird (32 %) als Radio (73 %), Fernsehen (83 %) oder Internet (94 %).

Diejenigen, die das Internet für das glaubwürdigste Informationsmedium halten, nennen als vertrauenswürdigste Internetseite mit jeweils 16 Prozent Spiegel Online und Google. An zweiter Stelle steht Wikipedia (15 %), danach folgen Facebook sowie diverse E-Mail-Provider mit jeweils elf Prozent. Neun Prozent nennen YouTube als vertrauenswürdigstes Internetangebot, acht Prozent vertrauen auf den Online-Auftritt überregionaler Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, der FAZ oder der ZEIT.

Die Frage nach der Glaubwürdigkeit verschiedener Medien greift die JIM-Studie seit 2005 in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche trotz extremer Digitalisierung des Alltags in dieser Frage sehr konservativ urteilen. Sowohl Tageszeitung (2005: 42 %), Fernsehen (2005: 28 %) als auch Internet (2005: 16 %) weisen in den letzten neun Jahren relativ konstante Werte hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit auf, nur das Radio (2005: 10 %) hat sieben Prozentpunkte dazu gewonnen.

Zur vollständigen Pressemitteilung und zum Download der JIM-Studie

1.12.14

Wie wir in Europa in Zukunft Radio hören

Radiohören findet in Großbritannien wie in den meisten europäischen Ländern vor allem im Auto statt. Was bedeutet das für die Radionutzung allgemein? Damit befasst sich ein Beitrag in der Zeitschrift Media-Perspektiven.

Die Zukunftsvision eines vernetzten Autos sieht so aus: Morgens wird das selbstfahrende Auto per Handy gerufen. Während der Fahrt können die Applikationen des Internets genutzt werden: Einkaufen, Chatten, E-Mails bearbeiten, Videos anschauen, Musik hören. Am Bestimmungsort angekommen parkt sich das Auto von selbst ein, während man sich bereits ins Büro begibt. Dabei fällt auf, dass Radiohören in dieser Zukunftsvision der Autoindustrie offensichtlich nicht vorgesehen ist. Im Auto ersetzen Apps, die mit Internet-Streamingdiensten verlinken, das Radio.

Was bedeuten solche Szenarien für die Zukunft des Radiohörens? Die Radiobranche steht vor drei grundlegenden Herausforderungen: 1. Radio darf den Anschluss an die Jugend nicht verlieren, 2. Radio darf sich nicht aus dem digital vernetzten Autoradio („connected car“) verdrängen lassen und 3. Radio muss als kostenlos empfangbarer Rundfunk auch in mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablets) verfügbar sein.
Zur Kurzfassung und zum ausführlichen Beitrag von Media-Perspektiven 10/2014. Die Abbildung zeigt die Geräte, mit denen in Großbritannien Radio gehört wird. Quelle: Media-Perspektiven 10/2014

26.9.14

Journalismus und PR: Wenn die Distanz verloren geht

Technikjournalismus heute hat Mats Schönauer seinen Beitrag im Bildblog genannt. Dahinter verbirgt sich eine Textsammlung aus Onlinemedien und anderen, die richtig zum Schmunzeln wäre, wenn es nicht so traurig wäre. Schönauer bezeichnet sie als "eindrucksvolles Beispiel für das, was herauskommt, wenn Medien versuchen, PR in Journalismus zu verwandeln — und dabei nicht nur die Distanz über Bord werfen, sondern alles andere gleich mit."
Zum Beitrag "Technikjournalismus heute"

23.7.14

Wege in die Medien: Folienpräsentation vom Mediencampus

Für alle, die junge Leute auf dem Weg in die Medien beraten, hat der Mediencampus Bayern eine Folienpräsentation zusammengestellt. Sie richtet sich an Schulen oder Arbeitsagenturen und zeigt insbesondere die Studienmöglichkeiten für Abiturientinnen und Abiturienten auf. Dabei steht das Studium von Medientechnik oder Medienproduktion an erster Stelle, gefolgt von Journalistikstudiengängen. Duale Ausbildungen wie beispielsweise beim Bayerischen Rundfunk werden ebenfalls dargestellt. Die Folienpräsentation kann hier als PDF heruntergeladen werden. Wünschenswert wäre eine ergänzende Präsentation, die die Möglichkeiten der Weiterbildung im Medienbereich beispielhaft darstellt.

21.7.14

Rezension: Soziale Stiftungsunternehmen können funktionieren

Das bestehende Wirtschaftssystem ist an seine Grenzen gestoßen: Das glaubten 2012 mehr als 80 Prozent der befragten Bundesbürger laut einer Bertelsmann-Studie. Doch wo kann das Umdenken beginnen? Lutz Frühbrodt, Professor für Technikjournalismus an der Hochschule Würzburg und Autor des Lehrbuchs Wirtschaftsjournalisms der Journalistischen Praxis, hat beispielhafte Unternehmensstrukturen anhand von Stiftungsunternehmen untersucht. Denn warum soll das Finden einer Alternative nicht von Unternehmen ausgehen?

Als Kriterien für ein soziales Unternehmen legt Frühbrodt an: Es achtet darauf, Waren und Dienstleistungen von hohem Gebrauchswert herzustellen. Es baut keine Sollbruchstellen (Obsoleszenz) in seine Produkte ein. Es verzichtet auf persuasive Methoden des Marketings und setzt stattdessen auf Empfehlung. Dadurch erzielt es hohe Glaubwürdigkeit bei seinen Kunden. Dazu bietet die Rechtsform der Stiftung, insbesondere die Unternehmensstiftung, juristisch und steuerlich gute Möglichkeiten.

„Es wäre allerdings naiv, allein darauf zu hoffen, dass ein langsames Umdenken in den progressiverenTeilen der Unternehmerschaft ausreichen würde, um einen grundlegenden Wandel einzuleiten“, schränkt der Autor die Allgemeingültigkeit seiner Untersuchungen ein. Doch auch, wenn man dies mit bedenkt, liefern seine Beispiele - „Wala“, ein anthroposophisch geführtes Unternehmen, und die „Hoppmann Autowelt“ - überzeugende Argumente dafür, dass ein Unternehmen mit sozialer Verantwortung für seine Mitarbeiter und Kunden nicht nur funktionieren, sondern auch längerfristig am Markt bestehen kann. Lutz Frühbrodt bezieht sich dabei ausdrücklich auf Christian Felber, dessen Buch „Gemeinwohl-Ökonomie“ zu den vieldiskutierten Werken zum Thema gehört, wie sozialer und wirtschaftlicher Wandel umgesetzt werden kann.

Besonders lesenswert sind die „verpassten Chancen“, die der promovierte Wirtschaftshistoriker Frühbrodt aus der Geschichte der Bundesrepublik zusammengetragen hat. Sie reichen vom VW-Konzern bis zur Wiedervereinigung, die Frühbrodt im Sinne des sozialen Unternehmertums mehr oder weniger ganz zu den verpassten Chancen rechnet, gezeigt am Beispiel von Carl Zeiss Jena. Frühbrodt verliert auch nicht aus den Augen, dass neben Stiftungsunternehmen auch Genossenschaften und weitere Rechtsformen einen ökonomischen und gesellschaftlichen Wandel herbeiführen können. Insgesamt eine anregende Lektüre für alle, die nach konkreten Schritten für eine grundlegende Reform in Richtung Wirtschaftsdemokratie suchen.

Lutz Frühbrodt: Das soziale Stiftungsunternehmen. Eine wirtschaftspolitische Alternative, Würzburg 2014, ISBN 978-3-8260-5483-9, 14 Euro.

15.7.14

Rekordbilanz bei Videonutzung

Mit einem Gesamtumsatz von 1,76 Milliarden Euro hat die deutsche Home-Entertainment-Branche 2013 ihr bisher bestes Ergebnis erzielt. Das berichtet die Fachzeitschrift Media-Perspektiven in ihrer aktuellen Ausgabe.

Bei der zeitverzögerten und zeitversetzten Nutzung von Fernsehinhalten zeigte sich eine Präferenz des Publikums für das Krimigenre, vor allem für Produktionen der „Tatort“-Reihe.

Beim Verleihmarkt lag der Anteil digitaler Umsätze nach einem Anstieg um 32 Prozent auf 102 Mio Euro 2013 bei einem Drittel des gesamten Vermietergebnisses von 312 Mio Euro. Insgesamt wird sowohl dem digitalen Verleih als auch dem digitalen Verkauf von Bewegtbildinhalten großes Wachstumspotenzial zugeschrieben. Der laufende Umstrukturierungsprozess des Videomarktes betrifft vor allem den Verleihbereich mit weiteren Schließungen von klassischen Videotheken und deutlichem Umsatzrückgang. Neue Videodienste – wie Netflix aus den USA – drängen auf den deutschen Markt. Während der DVD-Verkauf mit einem Umsatz von 984 Mio Euro leicht unter dem Vorjahresniveau lag, konnte der Blu-ray-Absatz auf 410 Mio Euro Umsatz gesteigert werden.

Zur Kurzfassung und zum Download des kompletten Beitrags bei Media-Perspektiven

4.7.14

Fußball-WM: Social TV und Second Screen legen zu

Wie wirkt sich die Fußball-WM auf die Nutzungsgewohnheiten aus? 45,5 Prozent aller Deutschen nutzen das Smartphone als Second Screen, während sie die Spiele im TV verfolgen. Frauen nutzen Social-Media-Kanäle mit 38,9 Prozent deutlich mehr als Männer (29,7 Prozent). Das ergab die aktuelle Social-Trends-Studie von Tomorrow Focus.



47,8 Prozent aller Befragten schauen Fußball am liebsten mit Freunden oder Bekannten, 33,5 Prozent mit der Partnerin oder dem Partner. 15 Prozent gehen am liebsten zu Public-Viewing-Veranstaltungen.



Kurzfassung der Studie bei Kress-Report

4.6.14

Unter drei: Interview mit Klaus Meier zur Zukunft der Zeitung

Alumni und Alumnae der Eichstätter Journalistik haben ein Interview mit ihrem Professor Klaus Meier geführt. "Ein intensives Gespräch zur Zukunft von Tageszeitungen und Verlagen, zu ihrer Bedeutung für die Demokratie und zur Reorganisation von (Lokal-)Redaktionen", schreibt Klaus Meier, "ein Podcast, der vieles anspricht und vertieft, worüber sich Journalisten und Redaktionsmanager heute Gedanken machen." Klaus Meier führt gemeinsam mit Gabriele Hooffacker das Standardwerk Einführung in den praktischen Journalismus von Walther von La Roche in der Gelben Reihe fort. Hier geht's zum Interview

14.4.14

Wie gehen Journalisten mit dem Thema Rechtsextremismus um?

Geht es um Rechtsextremismus sind die Medien in einem Dilemma gefangen. Guter Journalismus sollte extremistische Ideologien nicht verstärken. Doch wie vereinbaren Journalisten ihre Informationspflicht mit dieser Vorgabe?

Auf einem Symposium der Hamburg Media School und der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung diskutierten Experten die Rollenprobleme des Journalismus. Studierende der Hamburg Media School haben ein multimediales Dossier zum Thema zusammengestellt und die Diskussion in einer Audio-Slideshow dokumentiert. Das gesamte Dossier gibt es bei der Zeitschrift Message online.

23.3.14

Fachkonferenz Think cross - change media, Magdeburg

Filmriss-Filmquiz Director’s Cut stößt auf großes Interesse

Für die vorlesungsfreie Zeit Ende März war viel los im Hörsaalgebäude 14 auf dem Campus-Gelände der Hochschule Magdeburg-Stendal. Vom 20.-22. März lud die Hochschule Magdeburg zur Fachkonferenz Think cross - change media (#tccm14). Auf der Crossmedia-Konferenz in Magdeburg trafen sich Lehrende und Studierende sowie Praktiker aus Medienunternehmen und Produktionsfirmen. Dass der Seminarraum 5 so überbelegt war, dass Leute teilweise auf Tischen oder dem Boden saßen, lag am Thema: Unter dem Begriff Transmedia berichtete Filmemacher Timo Simek über die Schwierigkeiten, einen Markt für ein transmediales Animations- und Gameprojekt zu finden. Henry Bauer, Exozet GmbH und Kristian Costa-Zahn, UFA Lab, zeigten, wie transmediale Produktionen entstehen. Sebastian Gomon, Ulrich Schmedes und Gabriele Hooffacker stellten die Ergebnisse des studentischen Projekts „Filmriss-Filmquiz Director’s Cut“ aus dem Wintersemester 2013/14 vor.

Screenshots und Ausschnitte aus der Quiz-Show ließen das Filmriss-Filmquiz in Magdeburg lebendig werden. Im Anschluss an die Crossmedia-Konferenz entsteht ein Tagungsband, in dem das Filmriss-Filmquiz wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird. Fazit von Moderator Björn Stockleben: Das sei „Studentenfernsehen, das nicht wie Studentenfernsehen aussieht“.

Gabriele Hooffacker, Ulrich Schmedes und Sebastian Gomon vertraten die HTWK Leipzig mit einem Beitrag über das Filmriss-FilmquizDirector’s Cut, das Studierende der Medientechnik im Wintersemester realisiert haben. 

Storify-Bericht zur tccm14
Präsentation zum Filmriss-Filmquiz

18.3.14

Second Screen: Zuschauer suchen Gemeinschaft

Social TV, das Herstellen von Gemeinsamkeit, scheint ein wesentliches Motiv für sendungsbezogene Onlineaktivitäten von Fernsehzuschauern zu sein. Das ergab die Auswertung mehrerer Studien rund um das Thema Second Screen, von Uli Gleich für den ARD-Forschungsdienst. Demnach nutzt inzwischen über die Hälfte der Deutschen Fernsehen und Internet häufig oder manchmal parallel. Der größere Anteil der Onlineaktivitäten ist dabei allerdings unabhängig vom gerade gesehenen Fernsehprogramm (z.B. Bearbeiten von E-Mails; Surfen). Eine direkt auf eine laufende Sendung bezogene Nutzung des zweiten Bildschirms (z.B. Abrufen von Informationen über das Programm, Kommentare, Teilnahme an einem Quiz) ist im Gegensatz dazu - auch im internationalen Vergleich - noch unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Eine inhaltliche Untersuchung der Anschlusskommunikation auf Twitter zeigte, dass sie wenige interaktive Anteile (d.h. im Sinne einer tatsächlichen Diskussion) hatte, sondern eher von singulären Statements und Kommentaren geprägt war. Eine weitere Studie ergab, dass die Kommentare und Stellungnahmen von Zuschauern in sozialen Netzwerken Rückwirkungen auf die Sendungen haben können. Die sendungsbezogene Facebook-Kommunikation bewirkte einen signifikanten Agenda-Setting-Effekt im Hinblick auf die Themenwahl in der Sendung.
Quelle: Abstract zum Beitrag bei Media Perspektiven 3/2014, dort auch der Volltext als PDF

11.3.14

Studie: Gedruckte Pressemappen noch zeitgemäß?

65 Prozent der Pressemappen gibt es nur als Print-Mappe. Die kann einen Umfang von bis zu 137 Seiten annehmen - Journalisten müssen also auf Messen große Taschen oder Rucksäcke dabei haben. Das ergab eine Studie der Agentur Aufgesang Public Relations GmbH aus Hannover. Zusätzlich legen 28 Prozent der Unternehmen der Print-Pressemappe noch eine digitale Version bei. Aufgesang hat Hunderte von Pressemappen aus den Pressefächern der Messen CeBIT, Hannover Messe und dmexco untersucht. Die meisten digitalen Pressemappen waren demnach auf der CeBIT vertreten.
Zum Beitrag über die Studie beim PR-Journal

7.3.14

Dürfen Journalistenschulen nicht PR lehren?

Journalistenakademie auf Abwegen titelte das Magazin Cicero online Ende Februar. Gemeint war die Akademie der Bayerischen Presse (ABP), eine klassische Volontärsschmiede mit umfangreichem Kursprogramm in München. Kritisiert wird insbesondere, dass die ABP nicht nur das journalistische, sondern auch PR-Handwerk vermittele. Zudem werden ihre Weiterbildungskompetenzen auch von Unternehmen für Inhouse-Schulungen genutzt. Es sei "eine Frage der Glaubwürdigkeit", Journalismus- und PR-Kurse nicht gleichzeitig anzubieten, meckern insbesondere Leiter privater PR-Akademien, die meist frei finanzierte Kurse zu wesentlich höheren Teilnahmegebühren im Programm haben. Da die ABP institutionelle Förderung vom Freistaat erhält, sehen manche Wettbewerber hier eine Marktverzerrung. Auch Heike Schweitzer, Professorin für Kartellrecht an der Universität Mannheim, fürchtet, hier könnte einem Marktteilnehmer mit staatlichen Mitteln ein Wettbewerbsvorteil verschafft werden.

Die Fördermittel sind nicht unbeträchtlich: Wie Petra Sorge für Cicero online recherchiert hat, waren es 2013 nach offiziellen Angaben 420.750 Euro, 2014 sollen es 467.500 Euro werden. Da die meisten Journalistenschulen von den Teilnahmegebühren nicht leben könnten, ist die Förderpraxis jedoch Tradition: So unterhalten viele Verlags- und Medienhäuser eigene Journalistenschulen, auf die zum Teil auch externe Teilnehmende aufgenommen werden. Die Kirchen betreiben Journalistenschulen und Journalistenakademien, und auch parteinahe Stiftungen bieten mit öffentlichen Geldern geförderte Kurse und Lehrgänge an. (Anmerkung in eigener Sache: Auch viele Studierende der Stiftung Journalistenakademie Dr. Hooffacker erhalten für die Teilnahmegebühren an Weiterbildungslehrgängen und Seminaren öffentliche Fördermittel insbesondere aus der Arbeitsverwaltung).

Ist das verwerflich? Ist es nicht genau der freie Markt, der Unternehmen dazu bringt, ihre Mitarbeiter lieber zu Journalistenschulen als zu PR-Akademien zu schicken? Insbesondere die Medienarbeit (media relations), um die es bei den genannten Kursen geht, hat sich in ihren Methoden dem journalistischen Handwerk stark angenähert. Die Journalistenschulen bieten hier Kompetenzen, die sich an den PR-Akademien bisher nicht immer im gleichem Maße finden.

Sind Medienunternehmen keine Unternehmen? Die Argumentation, dass Journalismuskurse - also mit öffentlichen Mitteln bezuschusste Aus- und Weiterbildung für Medienunternehmen - erlaubt, die Ausbildung anderer Unternehmensmitarbeiter jedoch kritisch zu sehen sei, lässt außer Acht, dass Verlagshäuser ebenfalls frei finanzierte Unternehmen sind.

Was vom Skandal übrig bleibt, ist Wettbewerbsgezänk. Das ließe sich dadurch lösen, dass spezielle Medienarbeits-Kurse vielleicht tatsächlich zu höheren Preisen angeboten werden als journalistische - in der Preisgestaltung sind Journalistenschulen ja frei. Müsste die Journalistenausbildung in Deutschland hingegen auf öffentliche Fördermittel verzichten, sähe es schlecht aus für journalistische Aus- und Weiterbildung.
Zum Beitrag "Journalistenakademie auf Abwegen" auf Cicero online

24.2.14

Mehr Jobs im Fachjournalismus

Speziell bei Fachmedien stehen die Chancen auf eine journalistische Festanstellung für Akademiker nicht schlecht. Das ergab eine aktuelle Studie, die die Professoren Lutz Frühbrodt und Michael Sturm an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt unter 22 Fachmedien durchgeführt haben.

Ein weiteres Ergebnis:  War noch vor zwanzig Jahren eher die fachliche Eignung, beispielsweise ein ingenieurwissenschaftliches Studium, ausschlaggebend, setzen die Verlage heute auf eine fundierte journalistische Ausbildung. " Das Fachwissen spielt natürlich auch weiterhin eine wichtige Rolle, aber journalistische Qualität hängt nicht mehr nur vom Fachwissen ab, sondern auch von der Qualität der Recherche und der Darstellung", sagt Lutz Frühbrodt im Interview.

Lutz Frühbrodt ist Autor des Lehrbuchs Wirtschaftsjournalismus in der Reihe Journalistische Praxis. Ein weiteres Buch aus der Reihe, "Special Interest", befasst sich mit thematisch spezialisiertem Journalismus. 

Zum Beitrag von Lutz Frühbrodt: Die neue Offenheit der Fachmedien
Zum Interview mit Lutz Frühbrodt in M - Menschen machen Medien

18.2.14

So viele Menschen wie nie zuvor in Medienberufen

Mit etwas mehr als 5000 Festangestellten in Redaktionen ist München die drittgrößte Medienstadt, dicht gefolgt von Köln. Auf Platz Eins liegt Berlin mit 6369, auf Platz Zwei Hamburg mit 6022. Leipzig belegt den achten Platz. Insgesamt sind aktuell mehr als 70.000 Menschen in journalistischen Berufen angestellt, das sind deutlich mehr als von zehn Jahren (ca.60.200). Damals wurden auch noch Beschäftigte in PR-Berufen mitgezählt, die die Arbeitsagentur heute getrennt erfasst. Der Anstieg liegt also noch deutlich höher.

Hinzukommen freiberuflich arbeitende Journalistinnen und Journalisten. In Berlin geht die Zahl derjenigen, die als Freie über die Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, deutlich in Richtung 10.000. Insgesamt geht das Statistische Bundesamt von mehr als 166.000 journalistisch Tätigen in Deutschland aus, Tendenz steigend.

Quellen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit/KSK/eigene Recherchen/Journalist 2/2014

14.1.14

Studie: Wie Wikipedia mit PR umgeht

Wie bei Wikipedia Unternehmen, Politiker und andere Akteure Einfluss ausüben, ist Thema der neuen Studie der Otto-Brenner-Stiftung. Marvin Oppong, Journalist und Dozent, hat die Wikipedia-Autoren beim eher ratlosen Umgang mit PR beobachtet. Anhand von Fallstudien zu Daimler, RWE oder den Steyler Missionaren zeigt er, wie die Einflussnahme konkret aussieht.

Er hat beobachtet, dass die Zahl der Unternehmenspressestellen und PR-Agenturen, die Einfluss auf Wikipedia-Einträge nehmen, riesig groß ist. Die ehrenamtlichen Wikipedia-Mitarbeiter sind viel zu wenige und haben den gut bezahlten PR-Autoren wenig entgegenzusetzen. Die Otto-Brenner-Stiftung und der Autor haben deshalb zehn konkrete Verbesserungsvorschläge entwickelt, wie ihrer Meinung nach die Chancen von Manipulationen für PR-Zwecke begrenzt werden können.

Pressemitteilung der Otto-Brenner-Stiftung zur Studie über PR in Wikipedia
Die komplette Studie "Verdeckte PR in Wikipedia" zum Herunterladen

13.12.13

Nutzerforschung: Für Online-Nachrichten zahlen?

Wie Nachrichten unter den Bedingungen einer digitalen Medienlandschaft gefunden und genutzt werden, hat der Reuters Institute Digital News Survey 2013 erforscht. In einer vergleichenden Studie wurden die Nachrichtenrepertoires in fünf europäischen und drei außereuropäischen Ländern untersucht. Die Ergebnisse präsentieren Sascha Hölig und Uwe Hasebrink in der aktuellen Ausgabe der Mediaperspektiven.

Hauptproblem für die Anbieter von Onlinenachrichten ist demnach die kaum vorhandene Zahlungsbereitschaft der Nutzer: "In allen Ländern gibt nur eine klare Minderheit der Internetnutzer an, bereits für digitale Nachrichten gezahlt zu haben." Ansätze für mögliche künftige Verschiebungen sehen die Autoren vor allem bei Jün­geren. Zudem seien die Nutzer mobiler Endgeräte eher bereit für Nachrichten zu zahlen.

9.12.13

10 Tipps fürs Corporate Blogging

Klaus Eck gibt auf prblogger.de zehn Tipps für das Schreiben in Corporate Blogs. Darunter Klassiker wie "Fassen Sie sich kurz!", Dauerbrenner wie "Erzählen Sie Geschichten", aber auch Praktisches wie "Verbessern Sie Ihren Google Pagerank". Gute Zusammenstellung.

5.12.13

Martin Wagner wird BR-Hörfunkdirektor

Neuer Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks wird zum 1. Mai 2014 Martin Wagner. Der gebürtige Würzburger begann beim Bayerischen Rundfunk 1979 im Regionalstudio Mainfranken in Würzburg als Redakteur. 1989 wurde er Leiter des ARD-Hörfunkstudios Tel Aviv; 2001 ging er als Leiter des BR-Hörfunk-Gruppenstudios nach Washington. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Berichterstattung über 9/11. Im selben Jahr erschien sein Buch Auslandskorrespondent/in in der Reihe Journalistische Praxis.
2012 steuerte Martin Wagner den Beitrag zum Beruf des Auslandskorrespondenten für das Lehrbuch Special Interest bei. Wir gratulieren zum neuen Job!
Zur Pressemitteilung beim Bayerischen Rundfunk

20.10.13

Fotos: Journalistische Praxis auf den Medientagen

Mit einem Stand war die Buchreihe Journalistische Praxis auf dem Mediencampus-Areal bei den Medientagen München vertreten. Markus Kaiser, Leiter der Mediencampus-Geschäftsstelle, Autor der Buchreihe und Herausgeber des Lehrbuchs Special Interest begrüßte Barbara Emig-Roller, die die Reihe bei Springer VS betreut. Im Gepäck hatte sie die Einführung in den praktischen Journalismus von Walther von La Roche, die es seit Mai 2013 auch als E-Book gibt. Am Stand unterstützte uns tatkräftig Sophie Appl. Vielen Dank!




Fotos: Peter Lokk, Leiter der Journalistenakademie und Co-Autor von Pressearbeit praktisch

13.10.13

Studie: Mobile Onlinenutzung ist Alltag geworden

Das Internet mobil über Smartphones und Tablets zu nutzen schürt die Erwartung der Nutzer, dass jegliche Inhalte jederzeit in adäquater Form für alle Endgeräte für sie verfügbar sind. Das ist ein Ergebnis der ARD-Mobilstudie, bei der zunächst 65 Mobilnutzer protokollierten, was sie wann online tun, und 20 davon daraufhin vertieft befragt wurden. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse wurden 400 Personen online befragt.

Ubiquität: Das Smartphone kommt überall zum Einsatz. Demgegenüber wird das Tablet vorrangig zuhause genutzt. Substitution: Dabei ersetzt es PC und Laptop nicht, drängt sie aber weiter zurück. Auch das Fernsehgerät wird durch die mobilen Geräte nicht ersetzt. Immer mehr Zuschauer nutzen beides parallel. Die Parallelnutzung scheint für einen Großteil des Publikums immer stärker die Regel zu werden, wobei die Internetaktivitäten zumeist nichts mit dem laufenden Programm zu tun haben.

Das Ergebnis der ARD-Mobilstudie ist in der aktuellen Ausgabe von Media-Perspektiven veröffentlich.

5.10.13

Storys digital erzählen und Daten visualisieren

20 Werkzeuge für digitalen Journalismus hat Sarah Marshall für www.journalism.co.uk zusammengestellt. Allen voran natürlich Storify fürs digitale Geschichtenerzählen mithilfe von Social Media. Weitere Klassiker sind Bambuser und Soundcloud. Doch auch neue und unbekanntere Tools werden vorgestellt, für die interaktive Timeline ebenso wie fürs Entlarven gefaketer Fotos.

Ergänzen möchte ich die Liste noch um den Public Data Explorer von Google, der öffentlich zugängliche statistische Daten sofort in Grafiken umsetzt.

Zum Beitrag "20 Tools..." (englisch)
Zum Data Explorer

28.8.13

Neu: "Radio-Journalismus" bei Springer VS erschienen

"Radio-Journalismus" ist ein Lehrbuch, das mit dem Radio-Machen und der crossmedialen Arbeit beim Radio vertraut macht. Soeben ist es in der 10. Auflage erschienen.

Ebenso wie es kaum ein Radio-Programm ohne begleitenden Internet-Auftritt mehr gibt, so kommt auch kein Radio-Journalist mehr ohne fundiertes Wissen über die Online-Arbeit aus. Mit der zehnten Auflage liegt Radio-Journalismus nun auch in einer E-Book-Ausgabe vor. Darüber hinaus ist das Buch Radio-Journalismus jetzt Bestandteil der Datenbank „SpringerLink“ und damit allein in über 150 deutschsprachigen Hochschulen verfügbar. Dafür hat der Wissenschaftsverlag SpringerVS gesorgt, bei dem die gesamte gelbe Reihe Journalistische Praxis jetzt erscheint.

Zum Webauftritt mit zusätzlichem Online-Material
Hier kann man das Buch bestellen

20.8.13

Zeitungskrise: Nachhilfe zum Medienwandel

Die aktuelle Debatte zur Zeitungskrise werde in erstaunlicher Unkenntnis der Mediennutzungsforschung geführt, weist Michael Haller in seinem aktuellen Beitrag auf Spiegel online nach. Zum einen zeigt er auf, dass die jungen Leser sich bereits seit den 1980er Jahren langsam von der Tageszeitung abgewendet haben, also lang vor der Verbreitung des Internets. Wie sich "Leser" und "Onliner" im Tagesverlauf in ihrem Nutzungsverhalten unterscheiden, belegt er mit einer Studie des IPJ Leipzig.Vor allem dem Wunsch nach der Gatekeeper-Funktion der Tagespresse werde diese nicht mehr gerecht. 
 
 



13.8.13

Content Marketing zwischen Journalismus und PR

Mit Grenzgängern zwischen Journalismus und PR im Rahmen des "Content-Marketing" befasst sich die aktuelle Ausgabe des "Journalist". Er merkt kritisch an: "Flüchtigen Lesern kann der Unterschied zwischen PR und Journalismus dabei durchaus entgehen." Zum Beitrag über Content-Marketing "Auftragsarbeiten" beim "Journalist"

2.8.13

Mehr Zusatzaufgaben, weniger Zeit in Zeitungsredaktionen

In den Redaktionen der Tageszeitungen müssen Journalisten immer mehr Zusatzaufgaben übernehmen. Insbesondere Verwaltungsaufgaben nehmen zu. Für die Recherche und das Schreiben bleibt immer weniger Zeit. Das ist eins der Ergebnisse einer Online-Umfrage unter Journalistinnen und Journalisten, bei denen die Tageszeitungen besonders stark vertreten waren. Björn Bendig griff damit eine Untersuchung von Hans Mathias Kepplinger, Marcus Maurer und Rudolf Gerhardtaus dem Jahr 2004 auf und führte sie erweitert durch.

Ein weiteres Ergebnis: Die gefühlte "innere Pressefreiheit" nimmt ab.

Zur Studie "Innere Pressefreiheit"

31.7.13

W3B-Studie: Die meisten machen Ferien vom Internet

Die meisten Internet-Nutzer (41 %) haben vor, im Urlaub deutlich weniger zu surfen als im Alltag, fast jeder Fünfte (17 %) will seine Online-Nutzung zumindest ein wenig einschränken. Fast ebenso viele geben an, das Internet im Urlaub überhaupt nicht nutzen zu wollen. Neben diesen Ergebnissen zeigt der W3B-Report "Reisen im Internet", dass Internet und Mobile Web bei der Urlaubsvorbereitung- und -buchung von großer Bedeutung sind.

Zu den Online-Nutzern, die in den Ferien Urlaub vom Internet machen möchten, zählen Personen fast aller Demographie- und Nutzergruppen. Nicht einmal jeder Zehnte beabsichtigt, seine Online-Nutzung während der Urlaubsreise gar nicht zu reduzieren und genauso viel zu surfen wie sonst auch. Und 16 % der Befragten machen im Urlaub gezwungenermaßen eine Online-Pause, da kein Internetzugang am Urlaubsort vorhanden ist. Zur Pressemitteilung bei W3B

Abbildung: W3B

13.7.13

Landkarte der Unternehmenskommunikation

Eine Landkarte der Unternehmenskommunikation hat Lars M. Heitmüller zusammengestellt. Sie visualisiert die unterschiedlichen Ansätze und Theorien der Unternehmenskommunikation. Dabei geht es um interne wie externe Kommunikation, von der Planung und Konzeption bis zur Evaluation. In der Slideshow werden die Modelle zudem textlich präsentiert. Zur Corporate Communication Map

9.7.13

Werbeeinnahmen sinken. Print verliert, Online wächst weniger

Gedruckte Medien verlieren, elektronische und digitale Medien gewinnen. Der langfristig Trend bei den Werbeeinnahmen ist laut Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft auch 2012 zu beobachten: Der Nettoumsatz aller erfassten Medien bleibt mit einem Minus von 3,2 Prozent und einem Nettoumsatz von 18,42 Mrd Euro rund 600 Mio Euro unter dem Wert von 2011. Dabei konnten die Onlineangebote ihre Nettoumsätze um 9,0 Prozent steigern. Die Tageszeitungen hingegen verloren 2012 netto 9,1 Prozent ihres Werbeumsatzes, die Publikumszeitschriften büßten 11 Prozent netto ein. Bemerkenswert sei, so die Autoren, dass auch der Wachstumstrend im Internet in den ersten vier Monaten 2013 deutlich an Schwung verloren habe.

Zum ausführlichen Beitrag bei Media-Perspektiven (PDF)

12.6.13

Nonficition: eine Domäne der öffentlich-rechtlichen Medien

Nonfiction-Angebote, also Informationsangebote, Formen der journalistischen Unterhaltung und Factual Entertainment (Realityformate), stehen im Mittelpunkt einer Untersuchung der Fachzeitschrift Media-Perspektiven. Ergebnis ist eine deutliche Unterscheidung der Inhaltsprofile der öffentlich-rechtlichen einerseits, der privaten Hauptprogramme andererseits. ARD/Das Erste und ZDF nutzten die klassischen Sendungsformate zur Vermittlung von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Zeitgeschichte. Damit verschafften sie den politisch und gesellschaftlich als relevant geltenden Themen eine breite Öffentlichkeit. Das wurde von den privaten Sendern nicht in vergleichbarem Maße geleistet.

1.6.13

Was ist transmediales Erzählen?

Können viele Menschen gleichzeitig eine Geschichte über ein einzelnes Medium hinaustragen und weitererzählen? Das erhofft sich Henry Jenkings, Professor am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). "Transmedia storytelling" oder transmediales Erzählen nennt er das Prinzip, über unterschiedliche Medien weitere Rezipienten am Weiterdrehen einer Geschichte zu beteiligen. In diesem Video erklärt das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) transmediales Erzählen.

24.5.13

Medienrecht: Kostenfreie Gesetzessammlung als PDF

Gesetze rund um das Thema Medien zum kostenfreien Download hat das Hans-Bredow-Institut zusammengestellt. Die Gesetzessammlung Information, Kommunikation, Medien erschien soeben in der 14. vollständig überarbeiteten Auflage. Neu aufgenommen wurden etwa die Änderungen im Telekommunikationsgesetz sowie das Informationsfreiheitsgesetz.

Die Gesetzessammlung wird von Wolfgang Schulz herausgegeben und ist in der Reihe "Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts" erschienen. Die Printversion kostet 18 Euro, der Download als PDF ist kostenfrei: Wolfgang Schulz (Hrsg.) (2013): Gesetzessammlung Information, Kommunikation, Medien (pdf-file) 14. Auflage, April 2013 (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts Nr. 16)

9.5.13

Ein Buch zum Anbeißen

Die Gelbe Reihe bei Springer VS: ein schöner Anlass, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaften (DGPuK) auf dem Lerchenberg in Mainz beim ZDF zu feiern: Die DGPuK feierte ihren 50. Geburtstag. Die Journalistische Praxis feierte ihren Umzug zu Springer VS. Die ersten beiden Bücher liegen bereits im neuen Springer-VS-Design vor: die Einführung in den praktischen Journalismus von Walther von La Roche und Sprechertraining von Michael Rossié.

Das hier sind die Bücher, allerdings aus Schokoladenkuchen mit Marzipanhülle. Sie wurden am 9. Mai von prominenten Journalismuslehrern und Kommunikationswissenschaftlern in aller Öffentlichkeit verschlungen.

Klaus Meier und Gabriele Hooffacker beim Aufteilen der "Einführung"

Das sind die richtigen Bücher. Viel Spaß beim Verschlingen!

4.5.13

Springer VS feiert den Umzug der Reihe Journalistische Praxis

Die Lehrbuchreihe Journalistische Praxis erscheint ab sofort beim Wissenschaftsverlag Springer VS. Als erstes kommt die neue 19. Auflage des Journalismusklassikers Einführung in den praktischen Journalismus von Walther von La Roche bei Springer VS heraus.

Gefeiert wird im Rahmen des 50. Geburtstags der DGPuK am 9. Mai auf dem Lechenberg beim ZDF ab 15 Uhr. Zur ausführlichen Pressemitteilung bei Springer VS

3.5.13

"Ich freue mich auf die Lehre"

Gabriele Hooffacker, Autorin der Gelben Reihe und nach dem Tod von Walther von La Roche die alleinige Herausgeberin der Reihe Journalistische Praxis, übernimmt zum 1. Mai für zwei Jahre die Professur für Medienadäquate Inhalteaufbereitung an der Fakultät Medien der HTWK Leipzig. Die Blumen gab's zum ersten Tag von den Kollegen - lieben Dank für den netten Empfang!

Zum Interview von Claudia Schellenberger mit Gabriele Hooffacker bei der HTWK: "Ich freue mich auf die Lehre"

9.4.13

Weg vom Mainstream-Wirtschaftsjournalismus

Der Wirtschaftsjournalismus befindet sich in einer ernsten Sinnkrise, konstatiert Journalistische-Praxis-Autor Lutz Frühbrodt. Das habe auch der 13. „Tag des Wirtschaftsjournalismus“ in Köln gezeigt. Wirtschaftsjournalisten hätten noch allzu oft einen BWL-Tunnelblick auf ökonomische Fragen und schrieben vor allem für Manager und Investoren. Lutz Frühbrodt fordert einen Wirtschaftsjournalismus, der kritisch analysierend nach den Auswirkungen von Unternehmenspolitik auf die gesamte Gesellschaft fragt – und damit ein breites Publikum anspricht.

Prof. Dr. Lutz Frühbrodt ist seit 2008 Leiter des Studiengangs Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation (Wirtschaft/Technik) an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Zuvor war er Wirtschaftsreporter der WELT-Gruppe in Frankfurt/Main. In der Reihe Journalistische Praxis ist von ihm das Lehrbuch Wirtschaftsjournalismus erschienen.

Zum gesamten Beitrag Auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Wirtschaftsjournalismus von Lutz Frühbrodt

29.3.13

Los geht's: die erste Stoersendung mit Dieter Hildebrandt

Los geht's! Per Crowdsourcing finanziert ist die erste "Stoersendung" von stoersender.tv auf YouTube erschienen. Thema: Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 1 mit Dieter Hildebrandt, HG Butzko, Ecco Meineke, Konstantin Wecker, Prof. Helge Peukert und Muttis Nordkoreanischem Presseteam. Störsendung ansehen

28.3.13

Feier in Gelb

Ausschließlich Speisen in Gelb servierte Birgit von La Roche zur Umzugsfeier für die Gelbe Reihe "Journalistische Praxis". Nach dem Aperitiv aus Mandarinensaft und Prosecco ging es mit marinierter gelber Paprika, Safranbutter und Kurkuma-Dipp weiter, gefolgt von Kürbis-Kokosmilch-Suppe, gelben Zucchini-Bällchen bis hin zu Goldforelle mit Hirse und gelben Möhren. Nach dem Käse (gelb) folgte Mango-Käsekuchen mit frischer Ananas.

Wer in Gelb mitfeiern möchte: Am 9. Mai gibt es gelbe Tortenstücke auf der 58. Jahrestagung zur Feier des 50. Jahrestags der DGPuK in Mainz!

1.3.13

Neuer Verlag, neuer Webauftritt

Die Journalistische Praxis ist umgezogen: Sie hat beim Wissenschafts-Fachverlag Springer VS in Wiesbaden ihre neue Heimat gefunden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Team um Jürgen Diessl vom Econ-Verlag, das die "Gelbe Reihe" sieben Jahre lang betreut hat.

Gemeinsam mit Barbara Emig-Roller, der Lektorin der Gelben Reihe bei Springer VS, entstehen derzeit die ersten Bücher im neuen Outfit. Einen Vorgeschmack, wie zum Beispiel die "Einführung in den praktischen Journalismus" aussehen wird, bekommt man hier.

Ganz neu ist der Webauftritt der Reihe: Auf www.journalistische-praxis.de gibt es einen Überblick über die Titel der Reihe mit Bestellmöglichkeit. Zu jedem Buch gibt es wie bisher die umfangreichen Websites mit weiterführenden Texten, Links, Audios und Videos. Sie sind von den einzelnen Büchern aus verlinkt.

Pünktlich zum 77. Geburtstag von Walther von La Roche ging auch die neue www.vonlaroche.de online. Viel Spaß beim Stöbern!

12.2.13

Tagung: Technik treibt den Journalismus an

Mit Journalismus und Technik befassten sich die Präsentationen und eine Podiumsdiskussion bei der Jahrestagung "Von analog nach digital" der Journalistik-Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in München.

Martin Welker und seine Kollegen Leif Kramp und Stephan Weichert fragten nach der Innovationspotenz in Zeitungsredaktionen. Dabei ging es auch um lernende Redaktionen. Hier im Bild präsentiert Martin Welker drei altersmäßig unterscheidbare Personentypen in Redaktionen.

Wie der Second Screen bei der "Rundshow" vom Bayerischen Rundfunk eingesetzt wird, untersuchte Timo Spiess in seiner Bachelor-Arbeit bei Annika Sehl. Eins seiner Ergebnisse: Die große Mehrheit nutzt nicht etwa Facebook, sondern Twitter.
In der Podiumsdiskussion am Schluss präsentierte Heinrich Hussmann einen Blick in die Geschichte der Online-Technik - dazu zählen für ihn bereits das Web 2.0 und auch das "Web quared" - und in ausgewählte Projekte der Medieninformatik.

Zum Programm der Tagung
Zum Book of Abstracts (PDF)

5.2.13

100 Jahre Riepl'sches Gesetz

Was sagt uns das Riepl'sche Gesetz heute? Urs Meier hat für das Europäische Journalismus-Observatorium (EJO) das vieldiskutierte "Gesetz" in seinen historischen Kontext gestellt. Er meint: "Riepls 100-jähriges Buch steckt voller Anregungen für eine neue Sicht auf die moderne Medienwelt." Und so beginnt sein Beitrag:

"Als der Altphilologe und Chefredaktor der «Nürnberger Nachrichten» Wolfgang Riepl in einem Einleitungskapitel zu seiner grossen Monographie über «Das Nachrichtenwesen im Altertum» fast beiläufig ins Grundsätzliche ausschweifte und über einen «Grundsatz der Entwicklung des Nachrichtenwesens» räsonierte, wollte er gewiss nicht die Welt um ein «Riepl’sches Gesetz» bereichern. Es war Jahrzehnte später die Medienwissenschaft...

Zum gesamten Beitrag "100 Jahre Riepl'sches Gesetz"
Zur digitalen Fassung von Wolfgang Riepls Werk "Das Nachrichtenwesen des Altertums. Mit besonderer Rücksicht auf die Römer", Leipzig-Berlin 1913

3.2.13

Horst Pöttker zur akademischen Journalistenausbildung

Zu seiner Verabschiedung hatte Horst Pöttker nach Dortmund eingeladen. Das Studio B der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund fasste die Zahl der Gäste fast nicht - so viele waren gekommen, um den Universitätsprofessor für Journalistik bei seinem Abschied in den Ruhestand zu begleiten. Horst Pöttker selbst trug seine These zur Ablehnung der akademischen Journalistenausbildung in Deutschland vor: dass nämlich der Gesinnungsjournalismus eine wissenschaftliche Ausbildung nicht zugelassen habe. Im Anschluss diskutierten Kolleginnen und Kollegen, Journalistenausbilder und Praktiker des Journalismus - unter anderem Birand Bingül, Prof. Dr. Andrea Czepek, Prof. em. Kurt Koszyk, Jona Teichmann sowie Prof. Dr. Klaus Meier und Dr. Gabriele Hooffacker, die in der Reihe Journalistische Praxis die Einführung in den praktischen Journalismus weiterführen - das Verhältnis von Journalistik und praktischem Journalismus.

Den Vortrag von Horst Pöttker gibt es hier als ausgearbeitete Textversion.

2.2.13

Indie-Buch-Blog rezensiert E-Books

Das Indie-Buch-Blog rezensiert E-Books von Indie-Autoren - allen, die E-Books im Eigenverlag herausbringen. Entstanden ist es aus einer Wette: Wer zuerst eine Geschichte mit mindestens 150 Seiten vorweisen kann, schreibt Sonja Schuhmacher, die Betreiberin des Indie-Buch-Blogs. Indie-Autoren können E-Books zur Rezension einreichen, und man kann auch eigene Rezensionen veröffentlichen. Seit kurzem schreibt das Indie-Buch-Blog auch auf Twitter.

Zum Indie-Buch-Blog

28.1.13

Die Journalistische Praxis zieht um

Ihren Umzug bereitet die Journalistische Praxis derzeit vor. Zum einen ziehen die Bücher um zum neuen Verlag (welcher das ist, wird demnächst an dieser Stelle verraten). Zum andern wird auch die Website umziehen. Die Webadresse bleibt gleich, der Inhalt ändert sich. Und es kann sein, dass kurzfristig die ein oder andere Buch-Site wegen des Umzugs nicht erreichbar ist. Aber keine Sorge, der Content bleibt erhalten!

An dieser Stelle schon einmal ganz herzlichen Dank an das Team vom Econ-Verlag für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Walther von La Roche und mir in den vergangenen Jahren!

23.1.13

Mobile Nutzung auf Kosten der stationären

Die mobile Nutzung via App oder mobiler Website nahm beim Kicker um 54% auf 2,2 Mio Nutzer zu, die via "Kicker"-Website im stationären Internet fiel dagegen um 13%. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Marktforschungs-Studie von comcore, die die Veränderung im Nutzerverhalten zwischen November 2011 und November 2012 untersuchte.

Ähnlich sieht es bei "Bundesliga.de" und "Sportschau" aus. Mehr Nutzer im stationären Web als im mobilen haben noch "Sport1" und "Fussball.de". Insgesamt lässt sich klar ein Trend weg von der stationären hin zum mobilen Nutzung erkennen.

Zur Marktforschungs-Studie von comcore.

2.1.13

Wolf Schneider bekommt Preis für Lebenswerk

Wolf Schneider ist vom "Medium Magazin" als "Journalist des Jahres" ausgezeichnet worden. "Sein Urteil ist so gefürchtet wie geachtet", heißt es in der Begründung der Jury. Der Preis wird Anfang 2013 verliehen.
In der Lehrbuch-Reihe Journalistische Praxis ist von Wolf Schneider zusammen mit Detlef Esslinger Die Überschrift erschienen.

Zur Würdigung bei Kress-Report
Zur Übersicht der Preisträger beim Medium-Magazin

13.12.12

Noch kein Weihnachtsgeschenk? Praxis-Ratgeber Journalismus/PR schenken.


Jetzt aber schnell ein Buch aus der Reihe Journalistische Praxis bestellen! Zum Beispiel das brandneue Buch Special Interest über Themen wie Sport-, Mode- oder Religionsjournalismus, oder das nützliche Pressearbeit praktisch von Peter Lokk und mir.
Oder einfach hier stöbern.

Wer noch diese Woche bis 14. Dezember bestellt, hat das Buch ganz sicher rechtzeitig zum Fest. Wir berechnen keine Versandkosten!

9.11.12

Social TV rettet lineares Fernsehen

Berlin - Tag und Nacht ist eine Erfolgsstory: TV und Social Media gehen hier eine enge Verbindung ein. 2,2 Mio Fans hatte die Facebook-Seite zur Sendung; bis zu 340.000 Nutzer sprechen darüber. Der meist diskutierte Post hatte 12.094 Kommentare, die erfolgreichste Umfrage sammelte 82.249 Stimmen. Maximale Anzahl von Gefälltmirs für einen Post: unglaubliche 105.518. Jan Eggers, Autor beim Lehrbuch Radio-Journalismus, schreibt über ein spannendes Seminar.

7.11.12

Wie nehmen Journalismus und PR einander wahr?

Wolfgang Schweiger, Professor am Institut für Public Relations (Dresden/Ilmenau) hat einen Forschungsüberblick zum Verhältnis Journalismus und PR zusammengestellt. Er schreibt: "Da viele PR-Schaffende vorher selbst im Journalismus tätig waren, existiert eine Schieflage in der Wahrnehmung des eigenen und jeweils anderen Berufs: Journalisten sehen sich als gesamtgesellschaftliche Funktionsträger, als vierte Gewalt im Staat und als moralische Instanz, PR-Leute hingegen gelten ihnen oft als Vertreter von Partikulärinteressen." Journalisten schätzen ihren Beruf als statushöher einschätzen als den PR-Beruf. Hingegen betrachten PR-Leute beide Berufe als statusgleich. Der Forschungsüberblick enthält ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Zum Forschungsüberblick

5.11.12

Rezension zu Special Interest: "Pflichtlektüre für Neueinsteiger"

"Für Neueinsteiger in den journalistischen Beruf sollte dieses Werk eine Pflichtlektüre darstellen", schreibt Thomas Mrazek in seiner Rezension zum neuen Lehrbuch Special Interest im BJV-Report.

20.10.12

Medium Magazin über "Special Interest"

Im aktuellen Medium-Magazin 10-11/2012 stellt Bernd Stoessel das neue Lehrbuch aus der Gelben Reihe Special Interest. Ressortjournalismus - Konzepte, Ausbildung, Praxis vor. Sein Fazit bestätigt das Buchkonzept: "Seit einigen Jahren geht der Trend stark in Richtung eines thematisch spezialisierten Journalismus - und zwar medienübergreifend, nicht nur bei Print."

19.10.12

Antifaschistisches Archiv ist rehabilitiert

A.I.D.A. hat gewonnen: Eine wichtige Anlaufstelle für journalistische Recherchen ist in ihrem Bestand gesichert. Die juristischen Auseinandersetzungen der „Antifaschistischen Informations- Dokumentations- und Archivstelle München” (a.i.d.a. e.V.) wegen ihrer Einstufung in den Bayerischen Verfassungsschutzberichten 2009, 2010 und 2011 als „linksextremistische” Organisation enden für den Verein erfolgreich.

Das bayerische Innenministerium verpflichtet sich in einem Vergleich, rückwirkend die Einstufung der a.i.d.a. e.V. als „linksextremistisch“ zurückzunehmen und die jeweiligen Jahresberichte entsprechend abzuändern. Weiterhin sichert das Innenministerium zu, den Verein auch künftig nicht mehr im Verfassungsschutzbericht zu nennen. Im Rahmen dieses Vergleichs erklärt sich a.i.d.a. bereit, eine Weblinkliste auf der a.i.d.a.-Homepage zu überarbeiten.

Das seit 1990 bestehende Archiv hatte bereits in einem früheren Verfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof letztinstanzlich die Löschung aus dem Jahresbericht des Verfassungsschutzes für 2008 erstritten.

Zur vollständigen Pressemitteilung von A.I.D.A.

22.9.12

Journalismuslehrer zu Gast bei der Deutschen Journalistenschule

Leiterinnen und Leiter deutscher Journalistenschulen trafen sich am 21. September in München. Eingeladen zum Erfahrungsaustausch, der jährlich an wechselnden Orten stattfindet, hatte dieses Mal die Deutsche Journalistenschule (DJS).
Seit 2011 residiert die DJS nicht mehr am Altheimer Eck in München, sondern im Hochhaus der Süddeutschen Zeitung im Osten von München. Im vierten Stock liegen die Büros, Übungsstudios und Unterrichtsräume.
Vom 26. Stock des SZ-Hochhauses bietet sich ein Panoramablick über München, hier der Blick nach Westen.

Worüber sich die Schulleiter austauschten? Einig waren sie sich, dass die journalistische Kernkompetenzen immer noch Themen finden, recherchieren, korrekte Faktenwiedergabe und Textsicherheit sind.
Ob es wirklich "Storytelling" statt "Geschichten erzählen" heißen muss und ob "Datenjournalismus" mehr ist als "Excel für Fortgeschrittene", ob Journalistenschulen im Social Web vertreten sein müssen oder nicht, waren, wie es so schön heißt, "kontrovers diskutierte" Themen.
Nicht etwa ein Kommentar der Journalistenschulleiter zu einem Diskussionspapier, sondern ein Graffito in der Unterführung zur S-Bahn-Haltestelle Berg am Laim.

Fotos: Peter Lokk

23.8.12

Smartphones und Tablets zunehmend als "Second Screen" genutzt

Die mobile Internetnutzung hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt (2009: 11%; 2012: 23%). Das zeigt die ARD-ZDF-Onlinestudie 2012, die soeben veröffentlicht wurde. Dabei ersetzen mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones nicht den stationären Zugang, sondern sie schaffen neue Nutzungssituationen. Bereits 13 Prozent der Fernsehzuschauer nutzen gelegentlich neben dem Fernsehen den „Second Screen“ des Smartphones, des Tablet oder des Laptops.

Während Smartphones besonders beliebt bei den Unter-30-Jährigen sind, sind Tablets, die inzwischen in 8 Prozent der deutschen Haushalte vorhanden sind, die Domäne der 30- bis 49-Jährigen. Tablet-Nutzer bewegen sich anders im Netz als Smartphone-Nutzer. Bei Smartphone-Nutzern steht die Kommunikation über soziale Netzwerke, bei Tablet-Nutzern der Abruf von Websites und die E-Mail-Kommunikation im Vordergrund.
Zur Pressemitteilung der ARD-ZDF-Onlinestudie 2012

8.8.12

Neues Buch zum Special-Interest-Journalismus

Ob Sport-, Medizin-, Technik- oder Kulturjournalismus: Thematisch spezialisierter Journalismus nimmt zu – in allen Medien, ob Internet, Radio, Fernsehen oder Presse.

Welche Anforderungen stellt das spezielle Thema? Wie spricht man die jeweilige Zielgruppe an? Wie kommt man in den Politikjournalismus, Modejournalismus oder die anderen Ressorts? Diese Fragen beantworten Buch-Herausgeber Markus Kaiser, langjähriger Hochschul-, Wissenschafts- und Sportredakteur der Nürnberger Zeitung und Geschäftsstellenleiter des MedienCampus Bayern e. V., und zahlreiche aktive Journalistenausbilder.

Die Neuerscheinung "Special Interest. Ressortjournalismus: Konzepte, Ausbildung, Praxis" in der von Walther von La Roche begründeten Reihe Journalistische Praxis stellt die Besonderheiten der einzelnen Themen und Zielgruppen vor. Die Autoren beschreiben die Wege zum jeweiligen Ressort wie Sport, Mode oder Wissenschaft. Eine Einführung ns Thema gibt Gabriele Hooffacker. Experten zu den einzelnen Themen wie Harald Lesch (Wissenschaftsjournalismus), Klaus Smentek (kicker), Roland Tichy (Wirtschaftswoche), oder Christiane Arp (VOGUE) T stehen im Interview Rede und Antwort.

Ein Schwerpunkt liegt auf den jeweiligen Studienmöglichkeiten und Ausbildungswegen. Der Mediencampus Bayern, Dachverband für die Medienaus- und Fortbildung, setzt das Buch in der Studienberatung ein.

Weiterführende Informationen und Links auf www.journalistische-praxis.de/special. Ab sofort kann man das Buch für 23 Euro hier bestellen.

7.8.12

Liegt die Zukunft im Paid Content?

Paid content zur Rettung des klassischen Verlagsmodells wird wieder intensiv diskutiert, seit es kostenpflichtige Apps gibt. Heinz Wittenbrink hat dazu auf der Basis zweier Tweets einen nachdenklichen Blogbeitrag verfasst. Er schreibt, die kostenpflichtige iPad-App des Daily und die ebenfalls kostenpflichtige iPad-Version der Huffington Post seien in der Krise. Murdochs Daily habe ein Drittel des Personals entlassen, die Huffington Post, jetzt Teil von AOL, werde in Zukunft auch auf dem iPad gratis sein.

Laut Heinz Wittenbrink stehen sich die beiden Modelle – das klassische Verlagsmodell einerseits, das Kuratieren von Social-Media-Inhalten andererseits – gegenüber. Aber: „Für das Twitter-Modell ist nur wichtig, dass die Inhalte nicht voneinander abgeschottet werden, dass Leser und andere Publizisten (beide sind im Netz tendenziell dasselbe) die Inhalte weiterverwenden können.“

Die "Expanded Tweets", mit denen Twitternutzer auch Texte und Multimediainhalte in einer Vorschau sehen können, ohne dem Link zu folgen, sieht Wittenbrink als Chance für redaktionelle Inhalte in Zeiten des sozialen und mobilen Webs. Sein Fazit: „Der Versuch ist interessanter als alle die Magazin- und Zeitungsapps, die jetzt schon so alt aussehen wie die CD-ROMs aus den 90er Jahren.“

Demgegenüber sieht der Präsident des Zeitschriftenverlegerverbands BDZV Helmut Heinen die Zukunft im Paid Content. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte er: „Es wird weiter in Richtung Bezahlinhalte gehen.“

Zum Blogeintrag von Heinz Wittenbrink
Heinen: Paid content bleibt Trumpf

25.7.12

Internationaler Vergleich: Wie Journalisten twittern

Wie twittern Redaktionen? Gibt es nationale Unterschiede? Das Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich untersuchte in einer Studie die Twitter-Accounts von 39 Nachrichtenmedien aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den USA - Zeitungen, Fernsehsender, Onlinemedien und Nachrichtenagenturen.

Ergebnis: Am häufigsten twitterten britische Redaktionen. Leitmedien versandten fast fast doppelt so viele Tweets wie Boulevardmedien. Nur etwa ein Fünftel der untersuchten Mitteilungen enthielt Hashtags.

Insgesamt nutzen die Redaktionen vor allem der Mittelmeerländer, aber auch in Deutschland und der Schweiz das Potential von Twitter nur zu einem geringen Teil aus. Für Journalisten ist Twitter einfach ein weiterer Kanal zur Verbreitung der Beiträge. An zweiter Stelle steht das Kommentieren von Ereignissen und der Berichterstattung.

Abstract (engl.): The study analyzes the adoption and use of the microblogging platform Twitter by newspapers and television stations. The results of a content analysis show that the use of social bookmarking tools on news organizations’ websites and the adoption of Twitter have become important tools in the news distribution. However, the study also reveals that news organizations rarely use Twitter as a community-building tool and that shovelware still dominates the Twitter feeds. The use of the main Twitter channels has not developed beyond the utilization as a promotional tool.
Zum Bericht beim European Journalism Observatory (dt.)
The study "Shoveling tweets" (engl.)

24.7.12

Löst Fundraising die Probleme des Journalismus?

Der Journalist als Unternehmer soll sich seine Aufträge selbst suchen - im Idealfall finanziert durch Stipendien und Stiftungen. Das legen Ergebnisse aus den USA nahe. Doch diese Entwicklung hat auch negative Seiten. Stefan Ruß-Mohl und Kate Nacy haben für die Neue Zürcher Zeitung einen nachdenklichen Beitrag über den hochgelobten "Stiftungsjournalismus" geschrieben.

Sie befürchten, "dass künftig Journalisten ihre unternehmerischen Talente vor allem im Nonprofitsektor austesten müssen, und zwar, um Stifter und Philanthropen zur Förderung jenes hochwertigen Journalismus zu bewegen, der sich bis jetzt nicht durch Online-Werbung oder Online-Abonnements finanzieren lässt. Die neuen Journalisten würden dann keine dynamischen Unternehmer Schumpeterscher Prägung werden, sondern Fundraiser – oder, um es eindringlicher auf Deutsch zu sagen: Leute, die sich ihr täglich Brot zusammenbetteln müssen. Mit allen gar nicht so neuen Abhängigkeiten, die sich daraus für die Berichterstattung ergeben." Zum Beitrag Der Journalist als Unternehmer

11.7.12

Interview mit Gabriele Hooffacker

Das Internet hat nicht nur unseren Alltag verändert, sondern auch den Beruf des Journalisten. Die Branche ist seit Jahren in einem starken Wandel. "Die Leser sind noch kritischer und medienkompetenter geworden – auch durch das Internet. Dass gerade Online-Leser nicht alles glauben, was da steht, ist keine schlechte Entwicklung", meint Gabriele Hooffacker.

Jürgen Haug-Peichel von der Mainpost führte dieses Interview mit Gabriele Hooffacker.

9.7.12

Vocer: Journalismus lehren verändert

Der Journalismus verändert sich. Zum Glück. Wir sind ja nicht Journalistin, Journalist geworden, um 40 Jahre lang das Gleiche zu tun. Wer heute 20 Jahre mit dabei ist, hat 20 spannende Jahre miterlebt. Welche Veränderungen wollen wir akzeptieren? Was können wir als Journalistenausbilder verändern?

Die Diskursplattform Vocer hat für ihr Dossier Medienmacher von morgen Gabriele Hooffacker von der Journalistenakademie zu aktuellen Veränderungen in der Journalistenausbildung befragt. Zum Beitrag Journalismus lehren verändert

5.7.12

Arbeitsagentur kürzt Weiterbildung um ein Drittel / Mindestlohn beschlossen

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die deutschen Jobcenter ist im Juni 2012 abermals um mehr als ein Drittel zurückgegangen, im Rechtskreis des SGB III sogar um fast 37 Prozent. Gleichzeit wurde im Bundeskabinett ein Mindestlohn gemäß dem Vorschlag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) für die Beschäftigten im Bereich der Weiterbildung nach SGB II/III beschlossen. Künftig sollen Lohnuntergrenzen von 12,60 Euro in Westdeutschland und 11,25 Euro in Ostdeutschland pro Stunde allgemeinverbindlich gelten.

Gabriele Hooffacker, Leiterin der Journalistenakademie, hält diese Untergrenzen für menschenunwürdig: „Wer einen qualifizierte Weiterbildungskurs im Bereich Online-Journalismus halten soll, kann nicht von 12,60 Euro pro Stunde leben.“ Eine solche Vorgabe sei eine Missachtung der Leistung der Dozentinnen und Dozenten in der beruflichen Weiterbildung. Gleichzeitig sorge sie dafür, dass die Betroffenen ins Prekariat gedrängt würden. Hooffacker berichtet von einem Fall, in dem das Jobcenter einem langzeitarbeitslosen Journalisten geraten habe, sich doch als Dozent in der beruflichen Weiterbildung zu versuchen. „Angesichts des dramatischen Rückgangs bei der Förderung und angesichts des vom Ministerium Frau von der Leyens empfohlenen Mindestlohns entbehrt ein solcher Vorschlag nicht eines gewissen Zynismus’.“ Die Leiterin der Journalistenakademie legt Wert auf die Feststellung, dass sich die Honorierung der Dozierenden an ihrer Einrichtung an anderen Journalistenschulen orientiert, nicht an den Vorstellungen des Ministeriums.

"Journalist darf kein ungeschützter Beruf mehr sein"

Zur Journalistenausbildung nimmt Jörg Sadrozinski, Leiter der Deutschen Journalistenschule, im Interview mit dem „Medien-Magazin“ des Mediencampus Bayern Stellung. Er fordert dort: „In der derzeitigen Situation des Journalismus muss man darüber nachdenken, dass man Journalismus auch als einen Beruf etabliert, der bestimmten Qualitätskriterien folgt. Diese Kriterien müssen nachvollziehbar sein, auch in der Ausbildung. Journalist darf in Zukunft kein ungeschützter Beruf mehr sein. Man muss dazu hinkommen wie bei Medizinern und Juristen, dass man eine vorgeschriebene Ausbildung durchlaufen haben muss, ums sich Journalist nennen zu dürfen. Das Internet mit all den Möglichkeiten, journalistisch zu arbeiten, hat das Berufsbild aufgeweicht.“

 Auf die Nachfrage, ob ein Staatsexamen wie etwa in Medizin oder Jura eine Möglichkeit sei, antwortet Sadrozinski: „Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Meinungsfreiheit in Deutschland. Jeder soll seine Meinung frei äußern können. Deshalb ist staatlicher Einfluss in der Journalistenausbildung schwierig. Ich könnte mir vorstellen, dass hier der Deutsche Journalisten-Verband und die Deutsche Journalisten-Union eine Rolle spielen. Sicher können auch Einrichtungen wie der Mediencampus Bayern die Standards festlegen. Mit dem Qualitätssiegel sind Sie ja auf einem guten Weg. In meinen Augen sollten Standards deutschland- und vielleicht sogar europaweit gelten.“ Das komplette Interview steht im Medien-Magazin, Ausgabe 2012/2013, S. 9-11.

Das Medien-Magazin gibt es kostenlos beim Mediencampus Bayern, www.mediencampus.de, info@mediencampus.de

12.5.12

Leyendecker lehnt Henri-Nannen-Preis ab

Bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises hat das Autoren-Team der Süddeutschen Zeitung die Auszeichnung in der Kategorie "Beste investigative Leistung" abgelehnt. Der gemeinsame Preis war nicht nur an Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter für ihre Enthüllung des Formel-1-Skandals gegangen, sondern gleichzeitig auch an Nikolaus Harbusch und Martin Heidemann von der Bild-Zeitung - dafür, dass sie die Kreditaffäre um den ehemaligen Budespräsidenten Christian Wulff aufgedeckt hatten. "Unsere Entscheidung richtet sich nicht gegen die Kollegen der 'Bild'-Zeitung", sagte Hans Leyendecker. Die Entscheidung der SZ-Autoren richte sich vielmehr gegen die 15-köpfige Jury. Zum gesamten Bericht auf kress.de

7.5.12

Google verändert Suchalgorithmus

In seinem Blog hat Google weitere Änderungen beim Ranking von Websites beschrieben. Weiter kleinere Änderungen kamen hinzu. Das Portal heise.de schreibt, dass beispielsweise aktuelle Nachrichten stärker gewichtet werden und dadurch prominenter in der Trefferliste erscheinen sollen. Gleichzeitig sollen Inhalte von "niedriger Qualität" nicht von bloßer Aktualität profitieren. Zum ausführlichen Beitrag auf heise.de

Econ unterstützt Alternativen Medienpreis

And the winner is...: Am 4. Mai haben Nürnberger Medienakademie und Stiftung Journalistenakademie zum 13. Mal den Alternativen Medienpreis verliehen. Die Journalistische Praxis unterstützte den Preis mit neun Buchpräsenten. Neun Glückliche erhielten die Auszeichnungen für ihre journalistischen und dokumentarischen Arbeiten in den Sparten Print, Audio, Video und Internet. Zum ersten Mal vergab diesmal die Zweite Aufklärung den Sonderpreis in der Sparte Medienkritik. Damit wird beim Alternativen Medienpreis der erste Preis für Medienkritik in Deutschland überhaupt vergeben - so etwas hat es bisher nicht gegeben.

Wer gewonnen hat, ist hier nachzulesen. Zur Preisverleihung am 4. Mai um 20 luden die Veranstalter ein ins Bildungszentrum der Stadt Nürnberg. Zu den Fotos von der Preisverleihung