4.7.18

Neues Handbuch: VR-Journalismus

Wie VR-Journalismus funktionieren kann, über welches technische und fachliche Handwerk Journalisten verfügen sollten, erläutert dieses neue Praxisbuch. VR-Journalisten geben Einblick in ihre Arbeit, Checklisten und Beispiele veranschaulichen die Umsetzung von VR-Stories.

Virtuelle Realität (VR) ermöglicht das immersive Erleben einer Geschichte. Journalisten können ihre Nutzer mit diesem neuen Medium an Orte bringen, zu denen sie keinen Zugang haben. Sie können sie in das Leben anderer Menschen hineinversetzen, in andere Zeiten und Rollen schlüpfen lassen. „Erleben und Präsenz”, das sogenannte Storyliving, intensivieren die Aufnahme und Verarbeitung des journalistischen Inhalts für die Nutzer. Für Journalisten verändert es Erzählweisen und Produktionsabläufe. Es eröffnet ihnen ein neues Verhältnis zu dem Nutzer.

Das neue Lehrbuch ist in der Reihe Journalistische Praxis, gegründet von Walther von La Roche, herausgegeben von Gabriele Hooffacker erschienen. Beim Verlag kann man es gedruckt sowie als E-Book bestellen.

9.3.18

Interview: Lässt sich Objektivität im Journalismus herstellen?

Was bedeutet die im Journalismus viel beschworene Objektivität? Dazu hat Mario Müller-Dofel, Autor des Lehrbuchs "Interviews führen", den Kommunikationswissenschaftler Armin Scholl interviewt. Der Podcast ist der erste einer Serie von fünf Audiobeiträgen auf Alles über Interviews, die sich mit journalistischen Qualitätskriterien befassen.

Die ersten drei Folgen thematisieren die von Journalisten immer wieder geäußerten Ansprüche an ihre Arbeit und – zum Vergleich – die gelebte Realität. Im vierten Teil geht es darum, wie Missverständnisse in Interviews zustande kommen. Der fünfte Teil handelt vom wohl heißesten Streitthema zwischen Interviewern und ihren Gesprächspartnern, der Autorisierung von Interviews. Gesprächspartner sind

Und ist die von Medienkonsumenten viel kritisierte Subjektivität wirklich das Gegenteil? Für Prof. Dr. Armin Scholl sind Objektivität und Subjektivität „zwei Seiten einer Medaille“. Er ergänzt: „Wie Objektivität und Subjektivität ausbalanciert sein sollten, richtet sich nach dem Zweck des Journalismus“.

Die Äußerung von BILD-Chef Julian Reichelt, wonach man objektiv sein könne, ohne neutral zu sein, sieht Armin Scholl kritisch. Im Podcast erklärt er, warum. Hilal Sezgin hatte in der Wochenzeitung DIE ZEIT geschrieben, Objektivität sei „nicht nur unmöglich, sondern auch unsinnig.“ Da ist Scholl geteilter Meinung. Schließlich besprechen er und Mario Müller-Dofel die Trennung von Nachricht und Kommentar – und was diese beiden Darstellungsformen mit Objektivität und Subjektivität zu tun haben.

Und glaubt er, dass Journalisten überwiegend objektiv berichten? Die Antwort darauf gibt es im Podcast.

31.1.18

Neue Fachzeitschrift: Journalistik




Journalistik? „Diese Wissenschaft begleitet den Journalismus wie die Medizin den Arztberuf“, sagt Horst Pöttker, Initiator der neuen Zeitschrift „Journalistik“. In den deutschsprachigen Ländern fehlt bisher eine Fachzeitschrift für dieses Gebiet. Die „Journalistik“ soll diese Lücke füllen. Ab 1. Februar 2018 ist sie unter www.journalistik.online zu finden.

„Wie wirkt Konstruktiver Journalismus?“ Diese Frage beantwortet der Eichstätter Journalistik-Professor Klaus Meier in der ersten Ausgabe. „Die Zukunft ist frei“ ist eine Bestandsaufnahme des freien Journalismus von Nina Steindl, Corinna Lauerer und Thomas Hanitzsch überschrieben. Ein Essay von Friederike Herrmann fragt nach, warum das Thema Europa so langweilig wirkt. Weitere Beiträge diskutieren den Paragrafen 12a des Pressekodex - soll die Nationalität eines Straftäters genannt werden oder nicht? - und stellen Erich Kästner als Journalisten vor. Hinzu kommen Rezensionen aktueller wissenschaftlicher Neuerscheinungen aus der Journalistik.

Die “Journalistik“ erscheint als Online-Publikation und ist damit frei zugänglich. Nach dem Muster traditioneller wissenschaftlicher Zeitschriften erscheint sie zu festen Terminen mit zitierbarer Ausgabenzählung.

Die  „Journalistik“ ist bewusst als Herausgeberzeitschrift konzipiert, die auch nicht an akademische Institutionen gebunden ist. Eine inhaltsgleiche englische Version neben der deutschen gehört zum Konzept. Möglich wird dieser Start durch den Herbert von Halem-Verlag und die Stiftung Presse-Haus NRZ.

Die Herausgeberinnen und Herausgeber:

  • Bernhard Debatin (Athens, Ohio),
  • Petra Herczeg (Wien),
  • Gabriele Hooffacker (HTWK Leipzig/München),
  • Horst Pöttker (Dortmund/Hamburg),
  • Tanjev Schultz (Mainz).

 Am 21. Februar 2018 laden die Herausgeber zur Diskussion nach München ein. Im „Lost Weekend“ in der Schellingstraße 3 sprechen sie mit Franziska Augstein und Wolfgang Langenbucher ab 19.30 Uhr über die Frage „Journalistik – eine notwendige Wissenschaft?“