12.5.12

Leyendecker lehnt Henri-Nannen-Preis ab

Bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises hat das Autoren-Team der Süddeutschen Zeitung die Auszeichnung in der Kategorie "Beste investigative Leistung" abgelehnt. Der gemeinsame Preis war nicht nur an Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter für ihre Enthüllung des Formel-1-Skandals gegangen, sondern gleichzeitig auch an Nikolaus Harbusch und Martin Heidemann von der Bild-Zeitung - dafür, dass sie die Kreditaffäre um den ehemaligen Budespräsidenten Christian Wulff aufgedeckt hatten. "Unsere Entscheidung richtet sich nicht gegen die Kollegen der 'Bild'-Zeitung", sagte Hans Leyendecker. Die Entscheidung der SZ-Autoren richte sich vielmehr gegen die 15-köpfige Jury. Zum gesamten Bericht auf kress.de

7.5.12

Google verändert Suchalgorithmus

In seinem Blog hat Google weitere Änderungen beim Ranking von Websites beschrieben. Weiter kleinere Änderungen kamen hinzu. Das Portal heise.de schreibt, dass beispielsweise aktuelle Nachrichten stärker gewichtet werden und dadurch prominenter in der Trefferliste erscheinen sollen. Gleichzeitig sollen Inhalte von "niedriger Qualität" nicht von bloßer Aktualität profitieren. Zum ausführlichen Beitrag auf heise.de

Econ unterstützt Alternativen Medienpreis

And the winner is...: Am 4. Mai haben Nürnberger Medienakademie und Stiftung Journalistenakademie zum 13. Mal den Alternativen Medienpreis verliehen. Die Journalistische Praxis unterstützte den Preis mit neun Buchpräsenten. Neun Glückliche erhielten die Auszeichnungen für ihre journalistischen und dokumentarischen Arbeiten in den Sparten Print, Audio, Video und Internet. Zum ersten Mal vergab diesmal die Zweite Aufklärung den Sonderpreis in der Sparte Medienkritik. Damit wird beim Alternativen Medienpreis der erste Preis für Medienkritik in Deutschland überhaupt vergeben - so etwas hat es bisher nicht gegeben.

Wer gewonnen hat, ist hier nachzulesen. Zur Preisverleihung am 4. Mai um 20 luden die Veranstalter ein ins Bildungszentrum der Stadt Nürnberg. Zu den Fotos von der Preisverleihung

28.3.12

Fernsehen 2.0 ist mehr als Social TV


Die Berliner Gazette ist sicher: 2012 wird das Jahr des Fernsehens. Also blickt sie auf die jüngste Geschichte zurück und stellt gesellschaftlich relevante Fragen: Was wird aus dem Fernsehen als Lagerfeuer der Nation? Was passiert mit dem TV-Journalismus? Und wie veraendert sich im Zuge dessen der Journalismus en gros? Zum Dossier Fernsehen 2.0

13.3.12

Kostenlos als E-Book: Journalismus lehren

Journalismus lehren heißt ein Sammelband, in dem wir die Veränderungen der Journalistenausbildung in den vergangenen zehn Jahren dokumentieren. Jetzt liegt der Band erstmals als kostenfreies E-Book vor. Er umfasst, was moderne mehrmediale Medienausbildung heute ausmacht: von den Umbrüchen in Journalismus und Medien (Klaus Meier) über den praktischen Journalismus (Cornelia Stadler) und die Veränderung der Hochschullandschaft (Lutz Frühbrodt) bis zu Crossmedia (Christian Jakubetz).

Die Geschichte der Journalistenausbildung skizziert Dietz Schwiesau, die Schwerpunkte der Medienaus- und -weiterbildung an der Journalistenakademie schildern Irene Stuiber (Konzept), Claudia Frickel (Online-Journalismus), Gisela Goblirsch-Bürkert (Pressearbeit), Malte Burdekat (Videoproduktion), Marko Schlichting (integrativer Unterricht für blinde Online-Journalisten), Gabriele Hooffacker (Journalismuslehre), Peter Lokk und Thorsten Steinhoff (Projektarbeiten).

Zum kostenfreien Download als E-Book und im PDF-Format. Man kann das Buch aber auch ganz konventionell für 19 Euro bestellen.

5.3.12

Akademische Journalistenausbildung: Fallbeispiele

Ein neuer Sammelband stellt akademische Ausbildungskonzepte für die Journalistik vor. Der Bologna-Prozess hat die Lehre an den Hochschulen in Deutschland nachhaltig verändert. Der Sammelband „Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung“, herausgegeben von Beatrice Dernbach und Wiebke Loosen, lässt in 35 Beiträgen Hochschullehrer zu Wort kommen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Theorie und Praxis in die Lehre integriert werden können – und wie Studierende zur Mitarbeit angeregt werden können. Rezension bei EJO
Zur praktischen Journalismuslehre vgl. auch den Sammelband Journalismus lehren (2010)

3.3.12

Rund um den Qualitätsjournalismus

... gibt es den Kollegen von Journalist-Academy hübsche Fundstellen zu lesen. Sie reichen vom Bayerischen Rundfunk bis zur Süddeutschen Zeitung. Posts zum Schlagwort Qualitätsjournalismus im Blog der Journalist-Academy.

27.1.12

Journalismuskritik: Geht die Kinderarmut wirklich zurück?

Wie man mit Statistik Erfolgsmeldungen erzeugen kann. Ursula von der Leyen freut sich über den angeblichen Rückgang der Kinderarmut auf 1,64 Millionen (die Süddeutsche Zeitung berichtete). Sie wertet diese Entwicklung als Erfolg der Politik ihres Ministeriums. Damit hat sie vermutlich recht. Denn bereits Ende 2011 hat von der Leyen angekündigt, dass die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II gedrückt werden soll. Ihr Ziel dabei: die Ausgaben für das ALG II sowie das an Kinder ausgezahlte Sozialgeld um mehr als 900 Millionen Euro zu reduzieren.

Der Kinderschutzbund Deutschland liefert andere Zahlen. „Betrachtet man alle Kinder und Jugendlichen aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, so ist von über 2,4 Millionen Kindern in Armut auszugehen“, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Dies seien auch die anspruchsberechtigten Kinder für das Bildungs- und Teilhabepaket.

Der Kinderschutzbund korrigiert die von-der-Leyen-Zahlen: Die derzeitige Berichterstattung suggeriere einen starken Rückgang der Kinderarmut. Die Armutsgefährdungsquote ging zwischen September 2006 und September 2011 lediglich um 1,5 Prozentpunkte zurück. Waren 2006 noch 16,6% der Kinder unter 15 Jahren hilfebedürftig, so sind es nach aktuellsten Erhebungen 15,1%. Insgesamt gebe es in absoluten Zahlen weniger Kinder. Zudem würden in der genannten Statistik die 15- bis 18-jährigen gar nicht berücksichtigt.

Markus Grabka, Sozialexperte im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), warnt davor, die von der „Süddeutschen“ referierten Zahlen der Bundesagentur überzubewerten. "Kinderarmut bleibt das zentrale sozialpolitische Problem in Deutschland", sagte er. Wenn Eltern mit ihren Kinder aus Hartz IV herauskämen, sei das längst keine Garantie, nicht von Armut betroffen zu sein. Das Risiko bestehe gerade auch für Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, sagte er gegenüber der ZEIT. Auch deren Zahl wird in der Statistik, die den Rückgang belegen soll, nicht berücksichtigt.

Die Ministerin hat ihr Ziel erreicht: Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II gedrückt, Ausgaben für arme Kinder gesenkt - und eine Erfolgsmeldung obendrein.