22.6.11

Web 3.0 ist eher Vision als Wirklichkeit

Mit der Entwicklung des Internets zum Leitmedium ist die Bedeutung der klassischen Medien in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Anton Simons, Journalist und Blogger, antwortet auf die Frage "Über welche Qualifikationen und Qualitäten sollte der „Journalist 2.0“ verfügen?"

In Zukunft wird es kaum mehr möglich sein, im Journalisten-Beruf ohne ein gewisses Maß an Internet-Affinität zu bestehen. Wer Journalist werden möchte, sollte Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten und am Experimentieren mit den sich wandelnden Darstellungsformen mitbringen. Er sollte zum Diskurs mit dem Nutzer bereit sein und er sollte gewillt sein, sich von den Nutzern beim Schreiben quasi über die Schulter schauen, sich ergänzen und gegebenenfalls auch korrigieren zu lassen.

Welche Chancen bietet das Web 2.0 Medienunternehmen und Journalisten?

Die Technologien und Tools des Web 2.0 machen eine Erhöhung der Arbeitseffizienz, der Produktivität und der Produktqualität möglich – zum Beispiel dadurch, dass sie es in einem bislang nicht möglichen Ausmaß erlauben, die Schwarmintelligenz der Mitarbeiter und kollektive Nutzerressourcen anzuzapfen.

Sublokale Blogs („Placeblogs“) und Blogs, die intensiv sehr eng umgrenzte Themen
bearbeiten, werden von Journalisten in den nächsten Jahren möglicherweise zunehmend
als Möglichkeit genutzt, unter Umgehung der klassischen Medienunternehmen mit
Qualitätsjournalismus Geld zu verdienen.

Wie könnte die nächste Entwicklungsstufe des Internets (das Web 3.0) aussehen?

Es gibt durchaus vielversprechende Ansätze. Trotzdem ist das Web 3.0 bislang eher eine Vision als Wirklichkeit. Wenn es das semantische und quasi mitdenkende Netz aber tatsächlich einmal gibt, könnte es dem Journalismus – ebenso wie es das Web 2.0 getan hat – neue Dimensionen eröffnen.

Das vollständige Interview mit Anton Simons bei complus

18.6.11

Storytelling in der Praxis

"Storytelling ist kein Selbstzweck, es ist die effektivste und nachhaltigste Form der Übermittlung von Information. Wir behalten Fakten nur, wenn wir sie zu Sinnzusammenhängen verknüpfen. Eigentlich kommunizieren wir dauernd über Stories, und wenn sie nur einen Satz lang sind." Stefan Leidel hat einen lesenswerten Beitrag über Storytelling im Zeitalter der Informationsüberflutung geschrieben. Hübsch: Ernest Hemingways Kurzgeschichte in sechs Wörtern (auch wenn das Hotel Algonquin hieß und nicht Algondin). Leidels Fazit: dem User einen Bezugsrahmen liefern, anstatt ihn mit News zu bombardieren. Zum Beitrag "Wenn Fülle den Geist beschränkt"

16.6.11

Springer-Journalisten für Griechenland-Serie ausgezeichnet - jetzt hagelt es Kritik

Deutlich verwundert zeigen sich die Autoren einer kritischen Studie über die Griechenland-Berichterstattung der BILD-Zeitung. Denn just für diese Berichterstattung erhalten zwei Springer-Journalisten am 22. Juni den Herbert-Quandt-Medienpreis. Die BILD-Journalisten Nikolaus Blome und Paul Ronzheimer werden für ihre Artikel-Serie "Geheimakte Griechenland" ausgezeichnet.

Bei der Otto-Brenner-Stiftung (OBS) ist vor einigen Wochen eine Studie erschienen, die die BILD-Berichterstattung über die Griechenland- und Eurokrise 2010 untersucht hat. Ihr Ergebnis: "Bild" sei ein Boulevardmedium, das an die Stelle des Journalismus Methoden der Werbung, der Unterhaltung, der Kampagnenkommunikation und des Marketings setze. Insbesondere die von der Quandt-Stiftung prämierte Herbstserie war Gegenstand der OBS-Untersuchung. Für die Autoren der BILD-Studie, Dr. Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz ist die Auszeichnung der Serie mit einem Journalistenpreis nicht nachvollziehbar. Sie haben eine kritische Stellungnahme zu der Jury-Entscheidung verfasst und die OBS gebeten, diese Stellungnahme öffentlich zu machen. Die Otto-Brenner-Stiftung hat die Johanna-Quandt-Stiftung eingeladen, in einer gemeinsamen Veranstaltung ihre Preis-Entscheidung zu begründen und zu diskutieren.

Zur ausführlichen Stellungnahme Drucksache Bild - Eine Marke und ihre Mägde

Zur Studie und ihrer satirischen Präsentation: Kai! Was tust Du uns Deutschen an!!!

14.6.11

Tagung "Journalism reloaded", 4.-5. Juli 2011

Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigen die Journalisten der Zukunft? Welche Berufsbilder entstehen, welche verschwinden? Wie sieht eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung für Journalisten aus? Antworten auf diese Fragen gibt die Fachkonferenz "Journalism Reloaded" der Leipzig School of Media am 4. und 5. Juli 2011.

Am ersten Tag der Fachkonferenz geben Wissenschaftler und Praktiker in einem Expertenkolloquium einen Überblick über die für die Weiterentwicklung des Berufsbilds 'Journalist' wesentlichen Entwicklungen. Am zweiten Tag werden einzelne Themenfelder in Workshops vertiefend bearbeitet.

Auf der Veranstaltung sollen Grundlagen für die Leipziger Deklaration zur Aus- und Weiterbildung von Journalisten erarbeitet werden. Mehr zur Tagung und Anmeldemöglichkeit

21.5.11

Radio-Interview: Autorisieren oder nicht?

Muss ein Radio-Interview autorisiert werden? Nein, erklärt Axel Buchholz, zusammen mit Walther von La Roche Herausgeber des Buch-Klassikers Radio-Journalismus, denn: „Gesagt ist gesagt“ (S. 153, 9. Auflage).

Ist das Interview live, stellt sich die Frage nach einer Autorisation gar nicht. Für aufgezeichnete Interviews gilt: In der Regeln ist der Interviewte darüber informiert, dass er für ein Radio ein Interview gibt und das dieses wohl veröffentlicht werden wird. Mehr dazu im Beitrag der Funkwerkstatt.

17.5.11

Mehr Interesse an regionalen Angeboten online

Regionale Angebote im Internet sind Thema eines Beitrags der aktuellen Media-Perspektiven. Welche Bedeutung hat die Region, haben regionale Themen für das Internet? Studienergebnisse belegen ein starkes Interesse der Menschen an Lokalem und Regionalem. Für das Internet zeigte sich in den letzten Jahren eine wachsende Nutzung regionaler Informationen. Vor allem Service-, Freizeit- und Kulturthemen werden zunehmend online genutzt. Vorwiegend die mittlere und jüngere Generation nutzt das Netz für Regionales. Es ist zu erwarten, dass regionalorientierte Internetnutzung weiter zunehmen wird, je mehr ältere Menschen online gehen, schreiben Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter.

Themen und Medien
Welche Themen interessieren am meisten? Welchen Medien wird die höchste Kompetenz für regionale Internetinformationen zugeschrieben? Laut ARD/ZDF-Onlinestudie liegen hier die Angebote der Tageszeitungen und der Landesrundfunkanstalten vorn. Welchen Konzepten sie in ihren regionalen Onlineangeboten folgen, wird anhand von Beispielen beschrieben. Zeitungen und Sender müssen sich in einem Umfeld behaupten, in dem zum einen kontinuierlich neue Anbieter hinzukommen, zum anderen technische Entwicklungen wie mobiles Internet oder Geodienste ständig neue Nutzungsformen erlauben. Neben lokalen Dienstleistern und Einzelhändlern sind es vor allem Vereine, lokale Organisationen und Interessengruppen sowie kommunale oder regionale Einrichtungen, die das Internet als regionale Kommunikationsplattform nutzen.
Derzeit stehen regionale Onlineangebote, so das Fazit, in erster Linie in einem Ergänzungs- und Komplementärverhältnis zu den Service- und Informationsleistungen der anderen Regionalmedien. Sie verdichten die regionalen Kommunikationsflüsse, verbessern den Grad der Informiertheit und der Einbindung der Nutzer. Der Wettbewerb durch die regionalen Onlineangebote beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Printsektor. Auch die regionalen Radio- und Fernsehangebote müssen sich dieser neuen Konkurrenz stellen.

Download des kompletten Beitrags zu regionalen Angeboten im Internet (PDF)

27.4.11

Henri-Nannen-Preis für Wolf Schneider

Wolf Schneider erhält für sein journalistisches und publizistisches Lebenswerk den Henri-Nannen-Preis 2011 von Gruner + Jahr und dem "stern". Schneider, 85, ist Journalist, Sachbuchautor und Sprachkritiker.

Wolf Schneider, geboren 1925 in Erfurt, wurde 1966 von Henri Nannen nach Hamburg zum "stern" geholt. Stationen beim Axel Springer Verlag, unter anderem als Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt", folgten. 1978 übernahm Schneider die Leitung der neu gegründeten Hamburger Journalistenschule, die später nach Henri Nannen benannt wurde. Wolf Schneider ist zusammen mit Detlef Esslinger Autor des Journalismus-Lehrbuchs Die Überschrift in der Reihe Journalistische Praxis. Im Video für die Website zum Buch liest Wolf Schneider aus "Die Überschrift".

16.4.11

Facebook lockt mit Journalisten-Workshops

Mit einer Online-Akademie für Journalisten will Facebook bei den Medien punkten. „Das ist auf gar keinen Fall ein Volkshochschulkurs für Journalisten“, sagte Tina Kulow, die deutsche Sprecherin von Facebook, dem "Tagespiegel". Vielmehr seien in Gesprächen mit Journalisten immer wieder Fragen aufgetaucht, was man mit Facebook machen kann, um mit Lesern in Kontakt zu treten oder gar neue Leser zu gewinnen. In den USA findet bereits am 27. April in Palo Alto am Firmensitz von Facebook ein erster Journalisten-Workshop statt. Auch in Deutschland ist ein solches Treffen in Planung, „wenn auch zuerst als Testballon“, wie Kulow sagt.

Zum Beitrag beim Tagesspiegel
Zum Facebook-Angebot für Journalisten

13.4.11

Studie: Videodesign lehren


Mit dem Lehren von gutem Videodesign insbesondere in der Postproduction hat sich Anne Halka in ihrer explorativen Onlinestudie im Rahmen der Master Thesis „Gestaltung – Sinne – Emotion“ an der Leipzig School of Media befasst. Sie erläutert, welche Struktur Seminare und Workshops im Bereich Videojournalismus / Videodesign haben sollten, um den Behaltensgrad zu optimieren und den Erwartungen der Kursteilnehmer zu genügen. Dafür spielen sowohl die angesprochenen Zielgruppen als auch die Rahmenbedingungen für die Lehre eine entscheidende Rolle. Zum Abstract der Studie

Was Online-Journalisten brauchen


Was müssen Online-Journalisten heute können? Wie sieht der Arbeitsmarkt für Online-Journalisten aus? Was erwarten Arbeitgeber? Wieviele Online-Journalisten gibt es überhaupt? Die Folien zum Vortrag von Gabriele Hooffacker für den Verband Freier Lektorinnen und Lektoren (VFLL) zum Herunterladen (PPS)

12.4.11

Kostenloses E-Book: Zu Fukushima recherchieren

Peter Diesler von Journalismus.com hat eine Handreichung für Journalisten erarbeitet, kostenlos und konzipiert als Nonprofitprojekt. Das 15-seitige E-Book versammelt Wissenschaftler und Experten, die zum Thema online publizieren und bringt Linktipps. Es lässt sich für Recherche-Übungen in der Journalismuslehre einsetzen.
Zum E-Book Fukushima

11.4.11

Wikipedia für Journalisten


Was Journalisten über Wikipedia wissen müssen, hat Magnus Gertkämper für die Fachtagung Online-Journalismus als Powerpoint-Präsentation zusammengestellt. Er wirft einen Blick hinter die Kulissen von Wikipedia, beschreibt, wie ein Beitrag (und die Fehler darin) zustande kommen und gibt Tipps für die praktische Recherche. Wikipedia für Journalisten (Folien, PDF).

3.4.11

Die Journalistische Praxis schreibt ein Medienwiki


Welche Wege führen in den Journalismus? Welche Berufsbilder gibt es in den Medien? Wie kann ich mich weiterbilden? Muss man unbedingt studieren, um in den Medien arbeiten zu können? Antworten auf all diese Fragen gibt es im MedienWiki.
Der MedienCampus Bayern und die Journalistische Praxis stellen im MedienWiki über 200 Berufsbilder aus dem Medienbereich vor: von Print, Hörfunk, Fernsehen und Online über Film und Gamedesign bis hin zu Medienmanagement, Medientechnik und in der Musik. Auch Aus- und Fortbildungseinrichtungen sind hier zu finden. Geprüfte Links führen auf die relevanten Internetseiten: zu Jobbörsen, Bewerbungsterminen für Volontariate und den jeweiligen Studiengangsbeschreibungen.

Zum Medienwiki auf medienwiki.org

Journalismus lehren (1)

Vorsicht, Satire: Die Satirezeitschrift "Eulenspiegel" spießt hübsche Flüchtigkeitsfehler in den Medien auf. Darunter auch solche, die ausgewiesenen Journalismus-Lehrern unterlaufen, wie hier Paul-Josef Raue. Den Hinweis verdanke ich den Kollegen von Journalist Academy: Dümmer als die Polizei erlaubt.

27.2.11

Walther von La Roche zum 75.


Walther von La Roche ist am 29. Februar 1936 geboren; in diesen Tagen hätte er seinen 75. Geburtstag feiern können. Die Journalistische Praxis erinnert an Walther von La Roche mit diesem Video-Interview, das ein Kurs der Journalistenakademie 2008 gedreht hat. Einen ganz persönlichen Nachruf zum Tod von Walther von La Roche im vergangenen Jahr hat Dietz Schwiesau verfasst, weitere Nachrufe habe ich damals hier gesammelt.

Ankündigung: In diesen Tagen erscheint die 8. Auflage des Lehrbuchs "Fernseh-Journalismus", seit der 7. Auflage allein herausgegeben von Axel Buchholz. Hier geht's zum neuen Webauftritt mit Textbeiträgen, Trickfilm und Videos.

15.2.11

SID gründet Sportjournalistenschule

Der Sport-Informationsdienst SID will eine Sportjournalistenschule für Volontäre gründen. Start soll bereits im März 2011 sein. Zunächst sind acht Plätze geplant, in einer späteren Ausbaustufe auch Weiterbildungsangebote. Das meldet das Branchenportal Turi2.

9.2.11

Mediengespräche: Kostenfreies Buch "Medien und Politik"


Das BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Münchner Arbeitskreis öffentlicher Rundfunk und die Journalistenakademie laden seit 1999 zu den Münchner Mediengesprächen ein. Der Band Medien und Politik versammelt Berichte und Interviews mit den Akteuren. Journalistikprofessor Walter Hömberg gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Journalismus.

In München eine Diskussionsplattform bieten, die sich mit aktuellen Trends der Medienpolitik, der Journalismusausbildung und insbesondere dem Onlinejournalismus kritisch auseinandersetzt“, beschreibt Horst Schmidt vom BayernForum den Anspruch der Diskussionsreihe Münchner Mediengespräche. Am 1. März und am 9. März jeweils um 19.30 Uhr haben Münchner Bürgerinnen und Bürger wieder Gelegenheit, daran teilzunehmen. Der Eintritt ist frei.

Das Buch kombiniert ausgewählte Berichte mit Interviews ehemaliger Podiumsgäste. Das Buch ist im Verlag Dr. Gabriele Hooffacker erschienen und kostet bei Online-Bestellung fünf Euro. Als PDF kann man es kostenfrei unter www.mediengespraeche.de herunterladen.
Zur Pressemitteilung
Zu den Mediengesprächen
Zum kostenfreien Download und zur Bestellmöglichkeit

31.1.11

Checkliste für Journalistenschulen

Eine Checkliste für Journalistenschulen hat der Deutsche Journalistenverband (DJV) erarbeitet. Nach Kriterien wie "Bietet die Schule Ausbildung in und für mehrere Mediengattungen (mehrmediale Ausbildung)?" oder "Gilt die Schule in der Branche als experimentierfreudige 'Denkfabrik'?" oder "Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis bei Schulabschluss?" kann man die verlinkten Angebote vergleichen. Eine umfangreiche Liste von Journalistenschulen ist samt Direktlinks beigefügt. Zur Checkliste

27.1.11

Bauer gründet eigene Journalistenschule

In der Bauer Media Academy will der Bauer-Verlag ab Juli jedes Jahr 20 Journalisten ausbilden. In der Akademie sollen nicht nur alle Aus-, sondern auch die Fortbildungsangebote des Verlags gebündelt werden.

Zwei Jahre bzw. vier Semester dauert die Ausbildung, die im Juli 2011 erstmals startet. Die Bauer Media Group folgt damit dem Beispiel der Axel-Springer-Akademie: In einem eher theoretisch ausgerichteten Teil erhalten die Journalistenschüler die Grundlagen vermittelt, praktisch mitarbeiten dürfen sie in den Redaktionen der Standorte Hamburg, München, Rastatt und Magdeburg. Eine akademische Vorbildung ist keine zwingende Voraussetzung, um einen Platz unter den rund 20 Schülern pro Jahrgang zu erhalten, wie das Unternehmen betont. Auch Abiturienten und Quereinsteiger sollen eine Chance erhalten.

Jeder angehende Journalist wird einer Stammredaktion zugeordnet, in der aus erster Hand die Aufgaben aus dem Redaktionsalltag vermittelt werden sollen. Vier zweimonatige Kurzeinsätze in Redaktionen anderer Zeitschriftensegmente des Unternehmens sollen dabei gleichzeitig den Blick in andere Redaktionsformen und Themenbereiche ermöglichen.

18.1.11

Jörg Sadrozinski wird neuer Leiter der Deutschen Journalistenschule

Jörg Sadrozinski (47), Redaktionsleiter von tagesschau.de in Hamburg, wird neuer Leiter der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München. Er folgt Ulrich Brenner nach, der nach neun Jahren zum 1. Juli 2011 in den Ruhestand geht.

Sadrozinski war selbst an der DJS zum Redakteur ausgebildet worden, parallel zu seinem Journalistikstudium an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Schon während des Studiums arbeitete er als freier Mitarbeiter für die Süddeutsche Zeitung, die dpa und den Bayerischen Rundfunk. 1991 ging der Diplomjournalist zum NDR und wurde Redakteur der zentralen Nachrichtenredaktion ARD-aktuell (unter anderem Tageschau und Tagesthemen); später war er Chef vom Dienst für die Tagesthemen und das Nachtmagazin. Seit 1998 leitet Jörg Sadrozinski die Redaktion des Nachrichtenportals tagesschau.de, das er mit aufgebaut hatte. Er ist seit vergangenem Jahr auch Mitglied der Chefredaktion von ARD-aktuell.
Als Dozent unterrichtete Jörg Sadrozinski unter anderem an der Deutschen Journalistenschule, der Akademie für Publizistik und der Henri-Nannen-Schule in Hamburg, der Medienakademie Köln und beim F.A.Z.-Institut in Frankfurt am Main.

Die DJS ist die älteste und renommierteste Journalistenschule in Deutschland. Sie wird getragen von einem gemeinnützigen Verein, in dem sich zur Zeit 53 Mitglieder engagieren. Seit 1949 haben mehr als 2100 junge Menschen die Münchner Journalistenschule absolviert. Aktuell bildet die DJS jährlich 45 junge Leute in einem Masterstudiengang sowie einer Kompaktklasse zu Redakteurinnen und Redakteuren aus. Weitere Informationen unter www.djs-online.de.